Durch Kampf zum Frieden. 597
von Henneberg und Reinſtein befehdete er ſeinen Vetter und den Kurfürſten.) a
Vergebens ſtellte Herzog Wilhelm dem Kurfürſten Friedrich vor, wie unbrüderlich und ungerecht es wäre, ihm Schwarzburg zu entziehen;?) ſelbſt billige Rechtsgebote des Bruders ſchlug Friedrich ab.
Die Rüſtungen in des Kurfürſten Land hörten nicht auf, ſo wenig wie die Beſchwerden Herzog Wilhelms darüber.“)
Mit ernſter Klage wandte ſich ſchließlich der Herzog an die Landſchaft des Bruders; er wies darauf hin, wie„mehr und mehr Uneinigkeit und Verderben“ zwiſchen dem Kurfürſten und ihm einreiße; er bat ſie dringend, ſeinen Bruder zu beſtimmen, Räte zu einem gütlichen Tage abzuordnen.“)
In der Beantwortung dieſer Klageſchrift forderte der Kurfürſt ein gemeinſames Zuſammentreten der beiden Landſchaften; die Selbſtſucht der Räte ſeines Bruders bezeichnete er als die Urſache alles Unfriedens.“)
„Die grämlichen und unbilligen Uffruckungen“ des Kurfürſten wies Herzog Wilhelm zwar zurück,“) aber unzweifelhaft lag ihm doch daran, den Ausbruch der Feindſeligkeiten zu verhindern, bis ſeine Bündner in Franken ihren Kampf mit Nürnberg beendigt hatten.
Seine Räte Sigmund von Gleichen und Apel Vitzthum verzichteten auf die Fortſetzung ihrer Fehde mit dem Erzbiſchof von Magdeburg und den Herren von Querfurt; Herzog Wil
) Schmidt, Die Zerſtörung der Stadt Gera im ſächfiſchen Bruderkrieg, Zeitſchr. d. Ver. f. Thüring. Geſch. XVII, S. 312. ff.
2) Jovius, Chron. Schwarzburgicum ed. Schöttgen⸗Kreyſig, Diplom. et Script. I, S. 516.
3) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 102104.
) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 107110.
*) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 110—111.
e) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 111.
) Dresdener St.⸗A., Kop. 36, S. 114.