Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
670
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670 Durch Kampf zum Frieden.

Fälle der König jetzt eine Entſcheidung, ſo würden die Reichsſtädte ſtets einmütig zu ihm halten.

Der König möchtebetrachten, wenn er in des Reiches Städte ritte, ſo reite er in ſein eigenes Heim, in den Schlöſſern der Fürſten wäre er nur Beſuch.

Mancher der königlichen Räte, die einer Pfändung Kaiſer Sigmunds in Augsburg oder Ulm beigewohnt hatten, mochten ob ſolcher Übertreibung lächeln; ſie verſprachen jedoch die Aus­führungen der Städteboten dem König getreu vorzutragen.

Der Erfolg dieſes Vortages war eine neuerliche Ver­ſchiebung der Urteilsverkündung.

Die Städteboten machten jetzt einen letzten Verſuch; ſie begaben ſich zu den ihnen befreundeten Hofjuriſten Ulrich Riederer, Hartung Cappel und Ulrich Sonnenberg,) aber auch hier fanden ſie kein Entgegenkommen mehr. Ulrich Riederer hielt ihnen vor, daß ein von beiden Parteien erwählter Schieds­richter unmöglich in Abweſenheit der einen Partei ein Urteil fällen könnte.

Sonnenberg ſagte den Abgeordneten gerade in das Ge­ſicht, ſie ſelber würden eine Verſchiebung des Tages befür­worten, wenn ſie nicht Räte der Stadt, ſondern königliche Räte wären. Es ſtände zuviel für den König auf dem Spiele, als daß er in ſo wichtiger Sache ohne Weiteres eine Entſchei­dung fällen könnte. Nicht allzu überzeugend führte Heimburg

Mainz mit Rothenburg und Hall wegen der Zerſtörung des Schloſſes Neuenfels war noch nicht beigelegt. Vgl. Janſſen, Frankfurts Reichs­korreſp. II, S. 113. Die Biſchöfe von Bamberg und Eichſtädt ſowie Her­zog Otto haben auch ſpäter Nürnberg zu ſchädigen verſucht und treu zu Albrecht geſtanden.

1) Ulrich Riederer wurde ſpäter Domprobſt zu Freiſingen , Har­tung Cappel, deſſen Sohn noch im gleichen Jahre, 1451 eine Tochter Heimburgs heiratete, wurde kaiſerlicher Fiskal.(Münchner Hofbibl., Cod. lat. Mona. 2454 f. 123 a, b). Beide find oft genannte kaiſerl. Räte, weniger tritt Ulrich Sonnenberg hervor, der ſpäter Viſchof von Gurk wurde.