672 Durch Kampf zum Frieden.
Von ganzem Herzen dankten die königlichen Räte dem Hangenor für dieſe Erklärung, noch am Abend verkündete der König die Verſchiebung des Tages.„Nach dem Vorbringen der Parteien betrachten wir die Sachen als merklich und groß haben darinnen mitſamt den Fürſten , königlichen Räten auch etlicher des heiligen Reiches Kurfürſten, Fürſten und Städte Räten und Boten, die bei uns an den Rechten dieſelbe Zeit geſeſſen und geweſen ſein, allerlei beſonnen und in zeitigem Rat gefunden, daß es notdurft wäre, in ſolchen Sachen noch Bedenken und weiteren Rat zu haben als wir uns auch heut Bedenk⸗ und Beratungszeit genommen haben und nehmen in Kraft dieſes Briefes bis Freitag nach St. Johannestag zur Sunnwende(25. Juni) in der Meinung an dieſem Tage auf das, was jetzt hier, als wir zu Gericht geſeſſen, ſind vorgebracht worden, iſt unſer Berat , Willen Meinung oder Spruch zu öffnen ohne Geverde“. Vor dieſem Tage beabſichtige er beide Parteien zu einer gütlichen Beſprechung einzuladen, die, wie er hoffe, zu einer Einigung führen würde; ein ergebnisloſer Verlauf dieſer Beſprechung ſollte aber weder die Rechte einer Partei berühren, noch ſeine Beratung und ſein Bedenken beeinfluſſen.
Die Nürnberger erbaten ſich Abſchrift des Gerichtsbeſchluſſes; auch Dr. Knorr bat um eine Abſchrift, doch beantragte er eine Protokollgabe, daß ſein Erſuchen keine Anerkennung des Gerichtes in ſich ſchließen ſollte.“)
Beiden Parteien wurde Abſchrift des Gerichtsbeſchluſſes gegeben. Dr. Knorrs Antrag aber abgelehnt.“)
Den Text des Beſchluſſes werden die Nürnberger Boten wohl ſelbſt, wie der König ſie erſucht hatte, aufgeſetzt haben.
Verlief die gütliche Beſprechung, wie vorauszuſehen war,
1) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 154. Bericht Dr. Knorrs.
2) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgräflichen Krieges, S. 245.