Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
682
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682 Durch Kampf zum Frieden.

bergs und von den Parteiungen in der Stadt; ſie prahlten, daß ihr Herr zu ſeinen alten Verbündeten noch die Herzöge Ludwig und Albrecht von Bayern gewonnen hätte und daß er die Nürnberger ſchon dazu bringen würde, ſich mit ihm zu vertragen.)

Unter ſolchen Umſtänden war ein Ausgleich unmöglich; die Nürnberger verlangten Abbruch der Verhandlungen und eine gerichtliche Entſcheidung. König Friedrich konnte ſich nicht länger weigern, die Gerichtsſitzung zu eröffnen.

Während eines ganzen Tages ſtritten die Parteien, ob Dr. Knorr das Recht habe, vor Gericht zu ſprechen. Knorr hielt ſich aber zäh;er habe einen harten Stand geſtanden, berichtet er triumphierend ſeinem Herrn,aber er habe ſich nicht abwerfen laſſen.

Von dem Rechte, das er ſich erſtritten hatte, machte er eifrig Gebrauch. Er wetterte gegen die Nürnberger .

Im Zuhörerraume des Verhandlungsſaales waren viele öſterreichiſche Edle, auf ſie nahm der Schlaue in ſeinen Aus­führungen beſondere Rückſicht.

Er erzählte, daß die Nürnberger angeblich zur Sicher­heit für ihre Kaufleute ihr Gebiet 3 Meilen im Umkreiſe um­friedet und überall Landwehren und Geſchläge errichtet hätten.) Tatſächlich dienten dieſe Barrikaden nur dazu, die markgräflichen Zölle zu umgehen und ſein Geleit unnötig zu machen, ſie ſchädigten das Wild und machten jede fröh­liche Jagd unmöglich.

Ein lautes Murren gegen die Städteboten erhob ſich bei dieſen Ausführungen. Von Herzen bedauerte Knorr, daß ſein Herr nicht anweſend war, als er die Nürnberger ſoaus­richtete, es hätte ihmſanft getan, meinte er.)

) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgr. Krieges.

2) Vgl. Quellen zur bayr. u. deutſchen Geſch. VIII, S. 18 und Städte⸗Chr. II, S. 368.

3) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Prod. 158.

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