Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
686
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686 Durch Kampf zum Frieden.

Mit dieſen Vorſchlägen ritt der Biſchof nach Schwabach ; doch Albrecht brauchte bares Geld, der Biſchof gab ihm zu verſtehen, daß nach ſeiner Anſicht der Rat eine Entſchädigungs­ſumme von 60 000 Gulden zahlen würde, wenn Albrecht ſich damit zufrieden geben wollte. Mit dem gleichem unberech­tigten Optimismus erklärte der Biſchof dem Nürnberger Rate, daß der Markgraf zwar 90 000 fl. Entſchädigung fordere, daß er ſich aber mit 60 000 fl. begnügen würde. Der Nürn­ berger Rat weigerte ſich ſelbſt dieſes Opfer zu bringen; weder Heller noch Pfennig gedächte Nürnberg für die Forde­rungen Albrechts zu geben,) ſo wurde dem Biſchof erklärt. Am 14. Oktober gab dieſer ſeine Vermittlung als ausſichts­los auf;) ſein Übereifer hatte, da er die Parteien über den Grad des gegneriſchen Entgegenkommens getäuſcht hatte, der Sache, der er dienen wollte, mehr geſchadet als genützt.

Zu allzu großer Nachgiebigkeit hatte Albrecht in der Tat keine Veranlaſſung. Er war auch in dieſem Jahre für ſeine Intereſſen in wirkſamer Weiſe tätig geweſen. Überall ſuchte er ſich neue Freunde zu werben oder Streitigkeiten zu ſchlichten, die ſeine Bündner ſchwächen konnten.

Beſondere Mühe gab er ſich, den Kurfürſten von Sachſen mit Podiebrad auszuſöhnen.

Im März war er in Eger , im Juni in Brünn , im Juli in Weimar zuſammen mit Herzog Wilhelm als Vermittler in dieſem Streite tätig.)

Im Auguſt ſchlichtete er zuſammen mit dem Biſchof von Speyer , dem Herzog Ludwig von Bayern und dem Deutſch­meiſter Jobſt von Venningen die Streitigkeiten zwiſchen dem Erzbiſchof von Mainz und dem Pfalzgrafen, auch die Streitig­

1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 279. 2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXI, S. 4044. 3) Font. rer. austr. XX, 2, S. 15-18.

) Eikhart Artzt, Quellen u. Erört. II, S. 172.