690 Durch Kampf zum Frieden.
fränkiſchen Reichsſtädten hätte das Burggrafentum in einer feſten Klammer gehalten, ihm jede Ausdehnung unmöglich gemacht.
Der Pfalzgraf verlor keine Zeit, ſeinen Plan zu fördern. g
Schon am 17. Dezember ſchloß er mit den Herzögen Albrecht von München und Ludwig von Landshut ein Bündnis auf fünf Jahre, in dem nur der römiſche König ausgenommen wurde.) Freilich wußte Herzog Ludwig von Landshut nicht, wohin ihn ſein Vetter zu führen gedachte; noch ſtand er treu zu Albrecht und ſuchte mit allen Mitteln die Nürnberger zum Nachgeben zu veranlaſſen.
König Friedrich hatte am 8. November in Graz ') den Boten Nürnbergs, Heimburg , Muffel und Gyner') erklärt, daß er„zur Empfangung ſeiner kaiſerlichen Krone wegfertig wäre“ und in den nächſten Tagen nach Rom aufbrechen würde; er wäre deshalb genötigt, den Rechtstag auf den 12. November 1452 zu verſchieben.
Das Erſuchen der Nürnberger , die Stadt während ſeiner Abweſenheit unter den Schutz des Pfalzgrafen zu ſtellen, ſowie ihrem Gegner in dieſer Zeit die Sperrung der Reichsſtraßen zu verbieten,“ erfüllte König Friedrich nicht.
Noch waren die Boten vom Hofe nach Nürnberg nicht zurückgekehrt, da erſuchte bereits Herzog Ludwig den Rat, der
1) Quell. u. Erört. z. bayr. Geſch., II, S. 281.
2) Am 9. Oktober wurde Albrecht zu dieſem Tage geladen, Bamberger Kr.⸗A,. G. 1, K. 1, L. 3, Z. 40.
3) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgräflichen Krieges, erwähnt nur als Nürnberger Boten Heimburg und Muffel, vgl. v. Weed), Hiſtor. Darſtellung uſw., Städte⸗Chr. II, S. 411. In der Tat erhielt auch Erhard Gyner, der Muffel als ſelbſtändiger Geſandter Nürnbergs am Hofe abgelöſt hatte, Vollmacht zur Vertretung der Stadt. Nürnber ger Kr.⸗A., Briefbücher XXII, S. 58—59.
4) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXII, S. 4144.