Durch Kampf zum Frieden. 691
ihn zum Beſuche der Stadt eingeladen hatte, die Vermittlung in den Streitigkeiten mit dem Markgrafen ihm zu übertragen.
Dem Rate erſchien der„junge Fürſt, der ſolche Läufe und Dinge vorher nie gehandelt hätte“, in ſo ſchwieriger Sache um ſo weniger ein geeigneter Vermittler,“) als gerade damals der Herzog mit den Ulmern ernſthafte Streitigkeiten begonnen hatte.
Für drei Klöſter, die während des Krieges beſchädigt waren, hatte der Herzog Schadenerſatzforderungen geſtellt, obgleich die Klöſter ſeinem Schutze gar nicht unterſtanden. Ferner hatte er das Geleit zwiſchen Giengen , Balmertshofen und dem Ottinger Gebiete, das die Ulmer in alten Zeiten von den Grafen von Helfenſtein gekauft hatten, an ſich geriſſen und gefordert, daß die Ulmer ein feſtes Haus in Ballmertshofen , das ſie während des Krieges errichtet hatten, abbrächen.
Vergebens hatte der Städtebund dem Herzoge vorgeſtellt, daß durch die Richtung die Schadenerſatzanſprüche der Klöſter erledigt wären, ihm die Kaufbriefe für das Geleit vorlegen laſſen und ihm nachgewieſen, daß das Haus in Bollmertshofen „den Edelleuten, dem Kaufmann, dem Pilger und Landfahrer als Taffer und Wirtshaus diene“, vergebens hatten die Ulmer ſelbſt ihn zum Beſuche ihrer Stadt eingeladen, um„mit ihren Frauen ein Kurczwile zu haben“.“)
Ludwig duldete das Geleit der Ulmer nicht weiter, und ließ wider Gott und alles Recht gewaltiglich das Haus in Ballmertshofem niederreißen, in dem nicht ihm, ſondern den Ulmern Gericht, Zwang und Bann zuſtanden.“)
Seine Abneigung gegen die Städte ſchien außer Zweifel. Der Rat von Nürnberg verſchob deshalb die Antwort auf das
1) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgr. Krieges, S. 290 bis 298.
2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten v. e. 2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten v. J. 1451, I, Nr. 14.
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