Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
699
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Durch Kampf zum Frieden. 699

Seine Gegner deuten an, daß in ſeiner Opferfreudigkeit, in ſeinen Kaſteiungen ein großer Stolz, in ſeiner Demut eine feine Eitelkeit gelegen habe.);

Sicher wohl iſt, daß er ſich als ein Berufener, als ein Erwecker der Seelen gefühlt hat.

In jedem, der nicht freudig nach ſeiner Kirche Gebote und Dogmen leben wollte, ſah der Mönch einen widerlichen Verbrecher, den ſein Heiland ſichtbar dadurch gebrandmarkt hatte, daß er ihm vor den Heilswahrheiten der Kirche die Augen verſchloß.)

Mit dem gleichen fanatiſchen Haſſe verfolgte er Ketzer, Juden und Türken.

Man kann nun die undankbare Aufgabe der Vermittler auf dem Regensburger Tage ermeſſen, wenn man bedenkt, daß die Böhmen ſtolz auf ihre neue Erkenntnis waren, und ſich nach den zahlreichen, über die Heere ihrer Gegner erfochtenen Siegen, als ein beſonderes Werkzeug Gottes betrachteten.

Albrecht hütete ſich wohl, die Böhmen , deren Kriegstüch­tigkeit er in Sachſen von neuem kennen gelernt hatte, als Ketzer zu behandeln. Sie waren in Regensburg ſeine Gäſte und er verſchmähte keine Gelegenheit, ihnen Aufmerkſamkeiten zu er­weiſen.); Umſonſt gab Albrecht ſein Geld nicht aus, und manche wichtige Abrede wurde hier mit den Böhmen getroffen.)

Auch den Bürgern Regensburgs gegenüber zeigte ſich Albrecht von der liebenswürdigſten Seite; er ſchoß mit den Schützen nach der Scheibe und ließ ſich von ihnen bewirten.)

1) Vgl. Voigt, Enea Silvio III, S. 600606, und Mathias Döring, der viel zu weit geht. Men cken, Script. rer. germ. III, S. 19.

2) Capristanus triumphans(Köln 1700), S. 373378.

3) Font. rer. austr., XX. 2, S. 4648.

) Nürnberger Kr.⸗A., Ansbacher Kriegsakten, Fasc. II, S. 12, 1/38, Prod. 24, aus Jobſt von Einſidels Werbung an Albrecht.

5) Gemeiner, Regensburger Chr., III, S. 220.