Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
704
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704 Durch Kampf zum Frieden.

Für die gegenſeitige Verpflichtung, die ſie mit dem Pfalzgrafen vereinbart hätten, wäre kein Geld bezahlt worden. Capriſtian antwortete, er ſähe wohl, ſie wollten ſich ihm nicht offen erklären, da ſie fürchteten, dem Gegner für ſpätere Zeit Handhaben zu bieten. Er ſchlage ihnen deshalb vor, daß ein Ratsherr in der Beichte, ihm ſagen ſollte, bis wie weit die Stadt geneigt wäre, dem Markgrafen entgegenzukommen. Als ein Beichtgeheimnis würde das Geſagte bei ihm ruhen. Lehn­ten ſie auch dieſen Vorſchlag ab, ſo müßte er annehmen, daß ſie kein Vertrauen zu ihm hätten, und müßte das Gott empfehlen. Dagegen verſicherte der Rat, daß er zu Niemandem grö­ßeres Vertrauen hätte, als gerade zu ihm. Aber Vorſicht wäre für ſie geboten, da ihr Gegner jeden Vorſchlag, den ſie machten, wenn es ihm genehm wäre, aus dem Zuſammenhange riſſe und ſpäter verwertete. Sie hätten als Regenten die Verant­wortung der Gemeinde gegenüber und könnten dem Mark­grafen nicht eine große Summe bewilligen und außerdem den Vertrag ſich von ihm diktieren laſſen.

Capriſtan antwortete, er ſähe wohl, daß ſeine Mühe ver­gebens wäre; er würde das auch dem Markgrafen ſchreiben.

Der Markgraf ändere nach ſeinem Gefallen ſeine Vor­ſchläge, ſie wärenhart und hielten mit ihrer Meinung hinter dem Berge, da wäre eine Vermittlung eben ausſichtslos.

Der ehrwürdige Vater, der durch ſeine andächtige Bitte, Blinde ſehend, Taube hörend, Lahme gehend gemacht hatte, konte nichts geſchaffen bei dem Markgrafen) ſo erzählte man ſich in Nürnberg .

In der Tat hatte ſich bei dieſen Verhandlungen der Rat weit ſtarrköpfiger gezeigt, als der Markgraf.Schwer und un­fügſam war es dem Rat gerade damals erſchienen,zu tey­dingen,) da Albrecht die Stadt aufs neue dadurch empfindlich

1) Städte Chr. IV, S. 192198.

2) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 343.358.