Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
706
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706 Durch Kampf zum Frieden.

ihrem Geſamtgebiete verzolltes oder beſteuertes Getreide keine neuen Abgaben zu erheben.|

Die Zollvereinigung und die Beſtimmungen über ge­meinſames Maß konnten ſo wenig wie die Klage über frühere Teuerung, die man rechtzeitig bekämpfen wollte, die eigentliche gehäſſige Abſicht der Bündner verbergen.

Die vier unmittelbaren Nachbarn Nürnbergs , Herzog Otto von Mosbach, der Biſchof von Bamberg und die beiden Markgrafen blockierten im Frieden ſämtliche Zufahrtſtraßen der Stadt.

Ohne Zögern ſandte der Rat an den Pfalzgrafen und an den Biſchof von Würzburg Räte, die die Fürſten bitten ſollten, zuſammen mit ihm gegen dieſe unerhörte Vergewaltigung zu proteſtieren.)

Der Pfalzgraf gebot ſeinen Untertanen, ſich um die Ver­einigung und um die Gebote der Fürſten in keiner Weiſe zu kümmern und wie früher nach Belieben ihre Waren in die Reichsſtädte zu führen; die Herzöge Albrecht von München und Ludwig von Landshut bat der Pfalzgraf in gleicher Weiſe wie er ſelbſt es getan hätte, gegen die ihren Intereſſen ſchädliche. Neuerung vorzugehen.)

Viel weniger energiſch verwandte ſich der Biſchof von Würzburg für die Reichsſtädte.

Er ſchrieb ſeinen Amtsleuten, daß er nach Erkundigung bei den vertragſchließenden Fürſten erfahren hätte, daß die Beſtimmungen ihrer Vereinigung für würzburgiſche Unter­tanen keine Geltung haben ſollten. Mit Androhung von Stra­fen an Leib und Gut verbot auch er allen ſeinen Untertanen neue Weinmärkte zu beſuchen.

1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 361.

2) Menzel, Reg. Friedrichs des Siegreichen. Qu. u. Erört. zur bahr. Geſch. II, S. 241, vol. Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXIII, S. 7-8. Die beiden Herzöge antworteten dem Pfalzgrafen , daß ſie, bevor ſie in ſo wichtiger Angelegenheit Stellung nehmen könnten, vorerſt ihre Landſchaften befragen müßten. Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1452, Nr. 62.