710 Durch Kampf zum Frieden.
ihre eigenen Bündner ſich an den gleichen Vertrag nicht hielten, ſobald er ihnen unbequem wurde?
Auch die Hoffnung Nürnbergs , daß aus der Eheſchließung und Kaiſerkrönung des römiſchen Königs„dem heiligem Reiche troſtlich gemeiner Nutz und Frucht, Ruhe, Friede und Gemach fließen würden“ hatte ſich nicht erfüllt.“)
Der Kaiſer hatte ſein junges Weib Eleonore von Portu gal in ein aufſtändiſches Land führen müſſen,) nicht Glückwünſche, nur Fehdebriefe waren ihnen entgegen geflogen.
In der Abweſenheit des Kaiſers hatte ſich die Empörung über ganz Oeſterreich verbreitet: der mächtige Graf Ulrich von Cilly und der kluge Ulrich v. Eizinger“) waren die Führer des Aufſtandes, mit ihnen hatten ſich der Gubernator von Ungarn Johann Hunyadi und die katholiſchen Herren Böhmens offen, Markgraf Albrecht und Herzog Ludwig heimlich verbündet. Die Aufſtändiſchen forderten vom Kaiſer, daß er ſein Mündel Ladislaw, den Sohn des verſtorbenen Königs Albrecht aus ſeiner Vormundſchaft entlaſſe und ihnen ihren rechtmäßigen Herrn übergebe.
Je ſelbſtſüchtigere Pläne ſich hinter dieſer ſcheinbar uneigennnützigen und patriotiſchen Forderung verſteckten, mit um ſo größerem Eifer wurde ſie erhoben.
Von ſeinen eigenen Untertanen in Neuſtadt belagert, mußte der faſt wehrloſe Kaiſer nachgeben, in die ungeheure Minderung feiner Macht willigen.“
) Städte⸗Chr. XI, S. 747, Anm. 3, Joachimſohn, Gregor Heimburg, S. 134.
2) König Friedrichs Krönung und Brautfahrt ſchildert Martens, Die letzte Kaiſerkrönung in Rom , 1452, Diſſertation.
3) Vgl. Huber, Geſch. v. Oſterreich , III, S. 80—81, S. 86. Pritz, Geſch. d. Landes ob der Enns , II, S. 127.
) Palacky, IVa, S. 312. Chmel, Materialien, II, S. 26