Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
712
Einzelbild herunterladen

712 Durch Kampf zum Frieden.

Schlöſſer Geld zu geben, da er nicht mit Unrecht der Anſicht war, daß eine ſolche Zahlung füralle frevelhaften Leute eine Beſtärkung in ihren Gewalttaten ſein würde: ſo zerſchlugen ſich auch dieſe Verhandlungen.

Noch feſter wie der Rat, war Gregor Heimburg von der Ausſichtsloſigkeit überzeugt, in Neuſtadt ein Urteil durchſetzen zu können; auch mochte er ſich vielleicht nach dem heimlichem Frontwechſel ſeines Herrn, des Biſchofs von Würzburg , nicht mehr allzu ſehr für die Stadt bloßſtellen.

Nürnbergs Botſchaft, Dr. Martin Mair, Muffel, Derrer und Gyner, reiſte ohne ihn nach Neuſtadt; erſt auf den dritten dringenden Brief des Rates entſchloß ſich Heimburg , ihnen dorthin nachzureiſen.)

Faſt zwei Wochen nach dem vom König beſtimmtem Termine, aber immer noch rechtzeitig genug traf er in Wien ein. Die Nachrichten, die er bei ſeiner Ankunft in Neuſtadt erfuhr, waren wenig ermutigend.

Der gütliche Tag hatte nicht ſtattgefunden, die von dem Nürnberger Boten am 13. November erbetene Verkündung ſeiner Entſcheidung hatte der König hinausgeſchoben. Er hatte ſich nicht einmal die Mühe gegeben, einen neuen Vor­wand für dieſe Verſchiebung zu erſinnen, ſondern hatte, genau wie vor zwei Jahren erklärt, er wolle auf einige Fürſten warten, die er zu der Gerichtsverhandlung eingeladen hätte, und dievielleicht durch Ungewitter bisher verhindert worden wären, zu kommen.

Natürlich gab es in ganz Neuſtadt niemand, der den wirklichen Grund ſeines Zögerns nicht kannte.

In Wien tagte der Fürſtenkongreß, der die Beſtimmun­

1) Joachim ſohn, Gregor Heimburg, S. 134. Gregor Heim­burg erhielt, obgleich er in würzburgiſchen Dienſten ſtand, von dem Nürnberger Rate in den Jahren 14501451 500 Gulden; 14521454 400 Gulden; ein für die damalige Zeit geradezu unerhört hohes Gehalt. Val. Sander, Der reichsſtädtiſche Haushalt Nürnbergs , S. 115.