Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
714
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714 Durch Kampf zum Frieden.

der Krone Böhmens war.) Für den Bruder in den Marken erwirkte Albrecht die Beſtätigung des Pfandbeſitzes der Lauſitz , des Kaufes von Kottbus , Beeskow, Storkow und Lübben .)

Auch der Kaiſer umwarb eifrig Albrecht und ſeinen Freund, Herzog Ludwig: er erſuchte ſie nach Neuſtadt zu kom­men, um ihnen perſönlich die Gründe des Streites ausein­anderſetzen zu können.)

Während die Nürnberger Boten auf einen Entſcheid des höchſten Richters im Reiche geduldig warteten, ſuchte dieſer ihren Gegner für ſich günſtig zu ſtimmen.

Es gelang dem Kaiſer die beiden Fürſten zu dem Verſuch zu bewegen, den Kongreß aus dem ihm feindlichen Wien nach Neuſtadt zu verlegen; den Vorwand für den beabſichtigten Wechſel des Verhandlungsortes gaben einige Peſtfälle, die ſich in Wien gezeigt hatten.

Aber die öſterreichiſchen Abgeordneten weigerten ſich entſchieden nach Neuſtadt zu kommen; ſo mußten Albrecht und Ludwig wieder nach Wien abreiſen.

Während in Wien die öſterreichiſchen Edelleute mit den Räten des Kaiſers herumſtritten, ob erſter Verhandlungsgegen­ſtand des Kongreſſes die Mündigkeitserklärung König Ladis­laws ſein ſollte, oder die Entſchädigung des Kaiſers für die im Aufſtande erlittenen Verluſte, gab der Kaiſer ſelbſt in Neu­ſtadt ſich eine rührende Mühe, die Nürnberger Boten zum Nachgeben zu veranlaſſen.

Nur ein Vergleich konnte den Kaiſer aus der peinlichen Lage befreien, in der Streitſache eines Fürſten Recht zu ſpre­chen, der in den gleichen Tagen über ihn zu Gericht ſaß.

Aber bei den Nürnbergern handelte es ſich um die Wah­rung eines Prinzips.

1) Glafey, Anecdotae juris et hist., 437 u. 442.

2) Kotelmann, Die alten Erwerbungen der Hohenzollern in der Niederlauſitz , S. 4142.

3) Aeneas Silvius, Hiſt. Frid. Kollar, a. a. O., S. 408.