Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
778
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778 Durch Kampf dum Frieden.

Aber er, der einſt ſeine Streitigkeiten austragen 55 indem er zwei Fürſten zugleich zum Kampfe forderte, hatte jetzt den Wert der Maske kennen und ſchätzen gelernt.

Doch ſelbſt, wenn Albrecht ſeine Abſichten beſſer verhüllt hätte,) dürfte man nicht annehmen, daß dieſer frohgemute Fürſt ſeiner Tat nicht gewachſen geweſen wäre, daß er mit Be­dauern ſeiner gewaltigen Anſtrengungen gedacht hätte, die deutſchen Fürſten und den deutſchen Adel für eine Idee, für eine große Aufgabe zu begeiſtern.

Er verleumdete ſeine Tat nur um ſich dadurch den Weg zu neuen Taten zu öffnen. Seine wirkliche Meinung zeigt beſſer der Brief, den er nach dem Friedensſchluſſe ſeinem Waffengefährten dem Grafen Ulrich von Württemberg ge­ſchrieben hat.

Jubelnd teilt er ihm mit, daß er mit denen von Nürn­bergganz nach ſeinem Willen gerichtet wäre.)

Vielleicht, wenn Albrecht ſpäter durch ſeine Felder ritt, die noch immer Spuren der Verwüſtung zeigten, wenn er in ſeinen Dörfern Witwen und Waiſen ſah, deren Männer und Väter im Kriege gefallen waren, mochte er ſich doch fragen, ob ex für eine Idee nicht allzu viel geopfert hätte, und ob mit 80 000 Gulden ſein Schaden in jeder Hinſicht wirklich voll erſetzt wäre.

Im beſten Falle mochten ſich dann in ihm Gedanken regen, wie ſie der Berner Anshelm in dem Satze ausgeſprochen hat:Krieg ſoll nicht leichtſinnig, ſondern je mit wohlbedachter Vorſicht angefangen werden, denn kriegen, das heißt mit gol­dener Angel oder Netz fiſchen, da bald der Verluſt größer ſein mag, als der Gewinn.

1) Die Unterredung der Städte, Städte⸗Chr. II, S. 527530. Albrecht ſagt den Ratsherren geradezu:Euere Einung mit meinem Oheim Friedrich, dem Pfalzgrafen, glaube ich, die geht bald aus.

2) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 169.