Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
777
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Durch Kampf zum Frieden. 777

Ehre und Freundſchaft hatte gewinnen wollenverſtanden wohl auch die Nürnbergerauf was Meinung das geſchah.)

Um den früheren Gegner zu verſöhnen, und ſeine Ab­ſichten durchzuſetzen, ſcheute Albrecht ſelbſt vor einer förmlichen Abbitte nicht zurück, die ihn ja wenig koſtete.

Bei meinem Eide erkenne ich fo ſagte er zu dem wacke­ren Jobſt Tetzel, dem Sieger von Pillenreut, und dem Rats­herren Anton Tucher,daß ich eine üble Sache zugerichtet habe mit dem vergangenen Kriege zwiſchen mir und Euch und beider Teile Helfer.

Nun habe ich auch eine Seele und weiß nicht wie lange ich lebe und habe vor, daß ich durch ſolches Bündnis, die Lande in guten Frieden und Ruhe bringen will, womit ich die üble Sache des Krieges, die ich angerichtet habe, wieder gut machen will; glaube auch, daß es für meine Seele mehr Wert wäre, als wenn ich nach Rom ritte.

Wenngleich Albrecht im Laufe der gleichen Unterredung es für nötig hält, noch einmal zu beſchwören, daß er das Bündnis nur des lieben Friedens und um der Ruhe ſeiner Seele willen vorſchlage, fo iſt niemand gezwungen, dieſem Eide zu glauben.

Der kraftſtrotzende Mann hatte keine Todesahnungen und ſein Gewiſſen tat ſo ausgezeichnet ſeine Verrichtung wie ſein Magen.

Brand ziert den Krieg wie das Magnifikat die Veſper, hat er zehn Jahre nach dieſer Unterredung ſeinen Amtleuten zugerufen.?)

Erfahrener und gewandter war er wohl ſeit ſeinem Re­gierungsantritte geworden, markanter ſeine Perſönlichkeit, aus­gebildeter ſein ſchon urſprünglich großes Führertalent, ſonſt war er der gleiche, trink, liebe⸗ und raufluſtige Herr geblieben.

1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten, 1451, Nr. 66. 2) Höfler, Ludwig von Eybs Denkwürdigkeiten, S. 77. Vgl. auch ſeine Briefe, Bachmann, Fontes rer. austr. 44, S. 431434.