Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
776
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776 Durch Kampf zum Frieden.

Aber trotz der erlittenen Schlappen waren die Städte,

wie Eikhart Artzt richtig ſagt, freie Reichsſtädte geblieben. Nach wie vor ſtellte Nürnberg eine Macht dar, mit der

jeder Nachbar rechnen mußte. 5; Das erkannte niemand beſſer als Albrecht.

Schon wenige Monate nach dem Friedenſchlyſſe ſuchte er mit allen Künſten der Ueberredung die Stadt aus dem Bunde mit ſeinem heimlichen Gegner dem Pfalzgrafen Friedrich zu locken und zum Anſchluß an den Gegenbund zu bewegen, den er ſelbſt zu gründen beabſichtigte.

Vollmacht zum Abſchluſſe des Bündniſſes hatte ſich Albrecht von ſeinen beſten Freunden, den Biſchöfen von Bamberg und Eichſtätt, Herzog Otto von Mosbach und ſeinem Bruder Johann geben laſſen; den Kern des Bundes ſollten dieſe Fürſten Nürnberg und die fränkiſchen Reichsſtädte, ſowie der Biſchof von Würzburg und ſein Anhang bilden; der An­ſchluß ſollte Herzog Ludwig von Bayern, den Münchner Her­zögen, den Grafen von Oettingen, den Städten Hall und Schweinfurt vorbehalten werden.

Albrecht, der Gründer und natürliche Führer dieſes Bun­des, wäre mit ſeinem Rückhalte an Baden, Württemberg, Sach­ſen und Brandenburg der mächtigſte Mann im Reiche geworden.

Aber der Rat ſtellte ſich taub gegen alle Lockungen Albrechts, er vergaß nicht ſo ſchnell, wie Albrecht es gewünſcht hätte, die jahrelang der Stadt zugefügte Unbill.

Wie einſt die Rothenburger, die Albrecht ſchon wenige Monate nach dem Friedensſchluſſe durchErzeigen von viel

Zinſenlaſt zum Ausdruck, die die Stadt von nun an zu tragen hatte. Von 14381458 vermehrte ſich dieſe Zinſenlaſt um 68 Prozent, wie Sander(a. a. O., S. 850851) gleichfalls annimmt, hauptſächlich durch den markgräflichen Krieg. Sie betrug im Jahre 1458 59 000 Pfund Heller. Erſt im Beginne des XVI. Jahrhunderts hatte ſich die Stadt erholt. Vgl. Sander, a. a. O., S. 888.