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Das berüchtigtste antitalmudische Buch dieser Gattung ist bekanntlich das dickleibige, von Hass und Bosheit erfüllte Werk Eisenmengers: »Entdecktes Judenthum oder gründlicher und wahrhafter Bericht, welchergestalt die verstockten Juden die heilige Dreieinigkeit erschrecklicher Weise verlästern und verunehren, die heilige Mutter Christi verschmähen, das neue Testament, die Evangelisten und Apostel, die christliche Religion spöttisch durchziehen und das ganze Christenthum auf das Aeusserste verachten und verfluchen. Dabei noch vieles andere, entweder gar nicht oder wenig bekannte und grosse Irrthümer der jüdischen Religion und Theologie, wie auch lächerliche und kurzweilige Fabeln an den Tag kommen. Alles aus ihren eigenen Büchern erwiesen. Allen Christen zur treuherzigen Nachricht verfertigt.“ In diesem Buch, dessen langatmiger Titel bereits den giftigen und bissigen Inhalt ankündigt, suchte Eisenmenger Alles zusammenzustellen, was nur geeignet erschien, das rabbinische Judenthum lächerlich zu machen und herabzusetzen. Er ist dabei mit ausgesuchter Bosheit und oft auch mit grosser Unehrlichkeit verfahren, zuweilen Hess er sich manchen groben Schnitzer zu Schulden kommen, obwohl er im Grossen und Ganzen seines Themas nicht unkundig war. Kaiser Leopold I., hat die erste Auflage dieses Buches, die in Frankfurt a. M. 1700 gedruckt worden war, wegen des gehässigen Inhalts konfiscireri lassen, konnte es aber nicht verhindern, dass es nach dem Tode des Verfassers in einer zweiten Auflage unter dem Schutz des ersten Preussen - Königs in Königsberg erschien. Aus diesem Köcher haben später alle Judenfeinde die
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