die Mischna von Rabe, übrigens sehr mangelhaft übersetzt (gedruckt Ansbach 1760), später von I. M. Jost (Berlin 1832); mehrere Traktate wurden in neuerer Zeit deutsch übersetzt und kommentirt vonSamter.Baneth, Hoffmann, Petuchowski. tm Ganzen sind bis jetzt etwa zweidrittel der Mischna in dieser trefflichen Ausgabe erschienen. Der agadische Traktat „Sprüche der Väter“ ist in alle moderne Sprachen von jüdischen oder christlichen Gelehrten übersetzt worden; bekanntlich ist er in die Liturgie der Juden übergegangen, weshalb er in allen Ritualien mit abgedruckt und vielfach übersetzt worden ist.
Die Uebersetzung der Mischna bietet keine grossen Schwierigkeiten, obwohl auch dies bisher nicht ganz gelungen ist; anders jedoch ist es mit der Gemara, deren eigenthümliche Sprache und Dialektik dieUebersetzung in eine moderne Sprache sehr erschwert. Der französische Gelehrte Schwab hat den palästinensischen Talmud ins Französische übertragen; der verdienstvolle M. Rabbinowitsch hat die talmudische Jurisprudenz und Medicin im Auszuge behandelt. Einzelne Disciplinen aus dem Talmud haben auch deutsche Gelehrte bearbeitet. (Z. Frankel über das gerichtliche Beweisverfahren und die Eidesleistung, Fassei über talmudischesRecht, Wunderbar über talmudische Medicin, Neubauer über die Geographie u. s. w.) Eine treue Uebersetzung des Talmuds, des babylonischen sowohl wie des palästinensischen, versuchte M. Pinner zu geben, aber mit unzulänglichen wissenschaftlichen Mitteln. Für dieses Unternehmen zeigte sich anfänglich grosses Interesse, sogar der russische Kaiser Nikolaus 1. bewilligte dem Uebersetzer eine namhafte Sub-