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vention. Indessen enttäuschte Pinner alle Erwartungen schon mit dem ersten Band; seine Ueber- setzung zum Traktat „Berachot“ ist gänzlich unbrauchbar. Ferner übersetzte Samter den Traktat „Baba Mezia“, aber auch diese Uebersetzung ist nicht viel besser ausgefallen. D. Straschun übersetzte den Traktat „Thanith“, Tavrogi den Traktat „Moed Katan.“
In neuester Zeit hat L. Goldschmidt unter Zuhilfnahme eines umfangreichen wissenschaftlichen Apparats die Herausgabe des babylonischen Talmuds nebst möglichst wortgetreuer deutscher Uebersetzung und sachlichen und sprachlichen Erklärungen unternommen. Der Urtext des Talmuds ist kritisch nach der uncensirten editio princeps (der ersten Ausgabe in Venedig) und den nach Handschriften zusammengestellten Lesarten desR. N.Rabbinowitsch und andernVarianten mit grosser Akribie festgestellt worden. Es ist dies somit die erste textkritische Ausgabe des Talmuds. Die deutsche Uebersetzung schliesst sich eng an den Text an, während die kurzen Noten dem des Talmudidioms unkundigen Leser nachhelfen und auch andere sachliche Bemerkungen enthalten. Von dieser Talmudausgabe, die im ganzen auf zehn Bände berechnet ist, sind bisher bereits etwa drei Bände erschienen, umfassend den Traktat „Berachot“ nebst den mischnai- tischen Traktaten der Ordnung „Seraim“, die bekanntlich keine Gemara haben, ferner die Traktate Sabbat, Erubin, Pesachim, Jom - tob, Chagiga, Me- gilla, Rosch - ha - Schana, Sukka, Moed-Katan, Thanith. Dem ersten Band ist auch der hebräische Text von Maimonides Einleitung in die Mischna vorangeschickt. Dies Unternehmen schreitet rüstig