406 Chronica der Marck Brandenburg/ halten/ vnd wie ein verſuchter vnd erfahrner Man dieſer Albin? müſſe geweſen ſein/ ſonder lich was bie Maͤrckiſche ſachen betrifft. M. Menonius in der Leichpredigt/ D. Franc. Hilclenſemus in vita Albini.
Am ſelben Tage als Deilodocus Villichius, der Jimnger/ Profeſſor Phyſices zu Franckfurt an der Oder/ des mergens fruhe auffgeſtanden/ vnd etliche C apit. in der Bibel geleſen/ ſich auch drauff zur Kirchen gefunden/ vñ daſelbſt angehoͤret die erklerung des Euang vom verlornen ſchaͤfflein/ welchs mit frolocken der himliſchen heerſcharen wider zu der Herde gebracht worden/ vnd nu nach geendizter pre digt hat wollen zu haus gehen/ hat jn die Ruhr getroffen/ auffin wege/ das man jn hat muͤſſen anheim tragen. Weit er aber noch lebendig bis in fein haus kommen/ hat er zwar viel zeichen der waren Gott. ſeligteit von fich gegeben/ aber vnter andern allen hat er auff einer taffel diefe wort geſchrĩeben: FI] Del miſerete mei. Vnd it hiemit alſo auff den Abend/ vmb vhr/ im Herrn ſeliglich entſchlaffen/ ſei nes alters im 47. Jahr. Mar. Autor. JZunor her vmb Trinita. if abermal zu Soltwedel an dem beißtohl ein mißgewaͤchs der geſtalt an einander gewachſen/ das es einem bredte/ darauff man außgeſtrichene ſchürtzen zujurichten pfleget/ gantz ehnlich geſehn/ als weñ es ein tiſcher mit ſonderm flöis anßgehoͤffelt hette. Vnd weil es gar zu zeitlich außgegraben werden/ gleichwol aber faſt vber ein viertheil di» ner ellen breit/ vnd in die 2 cllen lang geweſen/ were es ſonder zweiffel/ wo es recht vnd voltomlich hette außwachſen ſollen/ emem ſolchen ſchürtzbredte/ was die breite belanget/ gantz gleich worden. Es hat aber damit das vngehewre gekröͤſe/ oder geklunckere/ welches vmb fenſte vnd haͤlſe getragen wird/ nicht vngemeldet bliche/ oben eben das vorige muſter haben muüſſen. Cuno im hoffarts laſter.
Den 19. Auaſt. des morgens vmb drey vhr/ iſt zu Boͤtzaw plöͤglich ein Fewer austommen/ dauon das gantze Staͤdt lein ansgebrandt. Mar.& Breu. Autor. Soenſten war es im Sommer dieſes jahres ſehr heis vnd trucken/ dadurch die waſſer allenthalben fo klein wurden/ das man an wenig oͤrtern mahlen kundte. Breuian. Autoris.
Den neunzehenden Octob;/ vmb 1. in der nacht/ iſt zur welt gebern Fraͤw lem Dorothea Sibylla, Herrn Joh. Georgij/ C. F. G. zu Brandenburg etc. vielgeliebte Tochter. Idem.
Zu Blumberg bey Bernan/ find in dieſem jar 3. knechte in einem newgegrabenen Brun/ che{ie kaum halb hinunter gekommen/ erſtickt vnd geſtorben/ das man noch zur ſtund nicht wiſſen kan wie es mag zugangen fein. Mar. Breu. Aut. Item/ in dieſem jar ward zu Hanßberg/ welches ein Dorff M ein halbe meil ven Könizßberg gelegen/ in arm Maͤgdlein von einem vnſichtbar en Geiſte/ der doch mut jhr redete/ lamerlich zerſchlagen vnd gemartert/ auff anſtifftung einer alten zaͤuberin/ die zu Konizßberg eingezogen/ vnd hernach zu Cuͤſtrin iſt verbrandt worden. Ibidem.
Im ry91. jar/ der 6. Febr. ward alhie zu Strauß berg ein kind weibliches Geſchlechts/ aeborn/ das wed an henden ſinger/ noch an den fuſſen zehen hatte. Es lebete bis auff den 2. Jul. 24. Wochen ohn 1. tag. Ibid. Auff Annunc. Mar. er hub ſich ein gewaltiger wind in der Mittel marck/ wer ete bis in die H. Oſtern/ vnd that nicht aeringen ſchaden an Baumen vnd haͤuſern. Breu. Autor.
Im nennden Junij/ gegen den Abend entſtundt ein gros werter von Weſten her/ vnd zoz ſich Hin uber nach Cüftrin. Im ſelben wetter warff der wind die windmuͤhle vor Bern?wichen herumb. Ind zu Kuhnersdorff ward das getreyde von groſſen vnd ſehr eckichten haaelſteinen ſehr zerſchlagen. Man ſagt/ das daſelbſt auch gange Fücken fewer aus den Wolcken gefallen fein. Idem.;
Vmb dieſe zeit zog ſehr viel volcks aus der Marck Brandenb. wie auch aus andern vmbliegenden Londſchafften in Franckreich dem Könige von Naugrra zu huͤlff wider die Ligiſten. Aber dieſer zug ge rieht nicht gar wol/ ynd müſten jhrer viel ins gras beiſſen. Idem.
Den 1. Septemb. vor mittage zwiſchen g. vnd 3. iſt zu Rathenaw in einer ſchennen ein fewer Ms. temmen/ danen innerhalb z ſtunden 70. erbliche wohnhenſer/ ſampt jren zugehoͤrenden ſchennen vnnd ſtallen/ der armen Hofpitel S. Gertrnd/ die zieaelſcheune/ vnd aller hirten heuſer vnnd wohnungen zu grunde abgebrandt. Es ſind auch 3. weibesperſonen vnd ein dreyſaͤriages kind/ fo dem Fewr haben entlauffen wollen/ von den zerbrandten haͤuſern befallen/ vnd erbaͤrmlichen vmbkem̃en. 10. jar vor dieſem hrandt ſind daſelbſt 100. vnd etliche haͤuſer zur aſchen durch ferwrsalut worden. Idem. en
Den 20. Nenẽb. des morgens vm̃ C. vhr/ iſt geborn. Marg. Georg lbrecht/ H. Joh. Seor. E. F. G. i Brandenb. eic. aelichter Son. Dit woche hach dem 2. Sonta. des Adu entẽ worden die bürger zn Stranßb⸗mit dem Rate daſelbſt/ nachdem fie ein zeitlang etlicher Gerechtiakeiten halben/ miteinander
ffreitig geweſcn/ durch Churf. dazu verordnete Commiſſarien vnd Nähte gůtlich vertragen.. Bt. un
Den 16. Decemb. iſt dem Dutchlenchtiaſten hochaebornen Fuͤrſten vnd Herrn H. Joha⸗ Sin
mundo/ Maraar. zu Brand. etc. O. Io ach. Frider. Adminiſtr. dis Erg vnd Pr imatſtiffis Mandebr tz
etc. Son/ zu Coͤln an der Sprew verſprochen vnd ehelich zugeſagt worden F. Anna/ Mara. Albrecſ
Fried. des 11. Derzogen in Preuſſen/ Tochter. ſẽ. Im vorwinter die ſes ſars/ fiel gar kein ſchn* af
In dieſem 191. jahr/ ward die Cloſterkirche zu Koͤniaßberg/ ſo ſehr bam fell ia war/ gebeſſert on.
ward vom Pfarh. M. lIoh. Pontano die anordnung gemacht/ das nicht allein die deichpr edigten/ ſon
dern auch die Predigten auff die Apoſtel feſt/ darin ſolten achalten werden. Mar. Autors.
r Ich t......( 2 ö K ö“x* vnnd Zu Spandaw hat in dieſem Jahr ein Kindt in Mutterleibe laugeweinet e