Heft 
(1956) 8
Seite
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Die Erteilung der Konzession zog sich zwar noch in die Länge, weil die Gesetze der verschiedenen Staaten voneinander abwichen. Von preußischer Seite erfolgte sie am 28. Februar 1845.

Die Zeit des Administrierens war vorbei, doch in der Linienführung war man sich noch nicht einig.

II.

Die preußische Regierung entschied sich in ihrer vorbehaltlichen Zustim­mung vom 2. Juni 1840 grundsätzlich zur Linienführung auf dem rechten Elbufer, und es wurde dort schon angegeben, daß die Bahn über Witten­berge zu führen sei.

In der Kabinettsordre vom 15. Januar 1841 ist nur vondurch die Prignitz die Rede.

Das Berliner Komitee machte 1836 den Vorschlag:

Die Linie sollte auf dem rechten Spreeufer beginnen, über Moabit und Charlottenburg nach Tegel und von da über Bötzow, Linum, Neustadt a. d. Dosse und Wilsnack nach Wittenberge führen.

Da die Bahn durch verschiedene Länder führte, war der Streit um die Linienführung groß, so daß man schließlich von der gedachten geraden Linie erheblich abweichen mußte. Besondere Schwierigkeiten machte auch die Frage, ob über Perleberg oder Wittenberge. Die verkehrsbevorzugte Lage an der Elbe und die bequemere Anschlußmöglichkeit von Magdeburg gaben den Ausschlag für Wittenberge.

Dänemark verlangte den Anschluß der Stadt Lauenburg, gab aber nach längerem Hin und Her nach, so daß die Bahn über Büchen verlief.

Durch Kabinettsordre vom 6. Juli 1845 wurde dann entschieden, daß die Linie der Bahn über Wittenberge geführt wird.

Die Städte Spandau, Nauen, Friesack und Neustadt wurden berührt, doch mußte Havelberg (8 km südlich von Glöwen) unberührt bleiben, wollte man nicht auf die günstigen Krümmungsverhältnisse und Steigungen verzichten. Nun konnte der Bau beginnen.

III.

Die Eisenbahn wurde gebaut, aber das Geld reichte nicht

Trotz aller Schwierigkeiten und Streitigkeiten war mit der Bauausführung unter der Oberleitung des Oberwegebauinspektors Neuhaus schon im Früh­jahr 1844 begonnen. Neuhaus hatte 1836 den Bahnbau in Belgien studiert und beim Bahnbau BerlinStettin reiche Erfahrungen gesammelt.

Die Stadt Wittenberge hat den Erbauer der Berlin-Hamburger Eisenbahn durch Straßenbenennung geehrt.

Wieviel Sand gekarrt wurde, wieviel Durchlässe gebaut werden mußten

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