Heft 
(1956) 8
Seite
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Foto: H.-J. Konrad

Bauernhaus aus Mödlich

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Bauernhaus hat sich aus dieser Periode erhalten. Das älteste im mecklen­burgischen Dambeck, Kreis Parchim, geht auf den IX. Mai 1607 zurück, die Rauchhäuser der Wische in die Jahre 17021719.

Der Vorrang der Rindviehhaltung in der Marsch, der Schafzucht in der Heide ließen das niedersächsische Wohnstallhaus bis in die Gegenwart zweckmäßig erscheinen.

Dem Niedersachsenhaus liegt eine eigenartige Dreiteilung zugrunde: In der Länge zwei Seiten- und ein Hauptschiff, in der Quere Tenne, Fleet (Herdplatz) und Kammerfach (Wohnstuben). Vom Herd aus ist das gesamte Wohnwesen zu überschauen. Klare Einfachheit ist mit fein ersonnener Durchgliederung verbunden. Ein gewaltiges Strohdach ruht auf dem eiche­nen Rahmenwerk mit seinen eingespundeten Balken, deren Fächer mit Lehmstaken gefüllt wurden. Das Vieh stand mit den Köpfen zurDäl. In der Mitte der Herdhalle flackerte dasheilige Feuer, über welches das Bier dargereicht wurde. Gegenüber dem Feuer war der Ehrensitz des Hausherrn. Zu heidnischer Zeit war dieser Platz mit Holzschnitzwerken verziert. Über dem Feuer schwebte am hölzernen Wendearm der Grapen mit dem Wasserkessel. Da Fensterglas erst im 15. Jahrhundert aufkam, wurde das Tageslicht durch eine Dachluke hereingelassen. Ehe das

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