Heft 
(1958) 4
Seite
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Schulze:

Belitz:

Schulze:

Belitz:

Schulze:

Belitz:

Schulze:

Belitz:

Schulze*-

Belitz:

Schulze:

Belitz:

Schulze:

Cervus:

Schulze:

Cervus:

Schulze:

Cervus:

Belitz:

Reden wir nicht darüber, Belitz.

Der macht woll die Kriege bloß, um andern Leuten ihr Hab und Gut wegzunehmen.

Belitz, er ist doch ein alter Husar und hat die Campagne anno 92 mitgemacht.

Jawoll, bei Regiment von Göcking, Leib-Eskadron, III. Beritt.

. . . und was er gegessen und getrunken hat und was er zerschlagen und zertreten hat und den Hafer für sein Pferd, das hat alles die Bürgerschaft bezahlen müssen in den Städten, in denen er einquartieret war.

Das war ihre Strafe, weil sie unsern König kujonieret hatten.

Jetzt sind die Franzosen mal bei uns, jetzt sieht das anders aus. Ich will ihm mal sagen, was die 11 Generäle und 700 Offiziere und 10 000 Mann mit ihren Pferden im vorigen Herbst das arme Kyritz gekostet haben: 21 000 Taler!

Potz Bomben, die Hundsfötter!

. . . und das ist erst der Anfang, Belitz. Wir werden arm wie die Kirchenmäuse, das kann er mir glauben, Belitz. Wenn einem man der liebe Gott vor Schaden an Leib und Leben bewahrt, dann will man schon dankbar sein, was Belitz?

Wenn ich man noch 30 Jahr jünger wär, ich würde . . . Belitz, er hätte Preußen auch nicht gerettet.

Wenn doch der Napoleum mal nach Kyritz möchte kom­men. Ich haute ihm übern Dassel, daß er tot bliebe.

Um Himmels Willen, Belitz, wünsch er uns das nicht. Uns genügen schon seine Soldaten und was sich sonst in seinem Namen füttern läßt und vergnügen.

(Der Aufkäufer der französischen Armee, H. J. Cervus aus Berlin, kommt eilig herein)

(sehr erregt) Herr Bürgermeister, ich will mich beschweren. Dieses Kyritz ist ein mieses Nest, und die Bürger sind sehr unfreundlich, was sage ich, unfreundlich, frech sind sie, unverschämt sind sie, impertinent sind sie!

Guten Tag, mein Herr, was wünschen Sie?

Ich wünsche, daß Sie mir behilflich sind, das ist Ihre Pflicht als Bürgermeister.

Ich bin nicht Bürgermeister.

Das ist mir partout egal. W T arum ist kein Bürgermeister hier. Kyritz hat drei Bürgermeister. Ich habe nicht nötig, einen Bürgermeister zu suchen. Ich reise im Auftrag Seiner Majestät des Kaisers der Franzosen. Jede preußische Amts­stelle hat mir zu geben secours, hat mich zu schützen, hat zu erfüllen alle meine Wünsche. Das ist persönliche Ordre Seiner Majestät des Kaisers.

Dann will ich man gehen. Tschüs, Herr Kämmerer.

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