Heft 
(1958) 4
Seite
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Aufn.: Wilhemi, Perleberg

Feldweg nach Rosenhagen

Anekdoten aus dem alten Lenzen

Aufgezeichnet von Bernhard Sauer

I.

August Klappenbach (allgemein Onkel August genannt) hatte zwei Schwestern. Die eine schwärmte für Schiller, die andere für Goethe. Der alte Ackerbürger Klappenbach hatte eine Fuhre Dung aufgeladen, während seine Töchter Gedichte von Goethe und Schiller lasen. Da von seinen Söhnen zufällig keiner anwesend war, ging er in die Stube zu seinen Töchtern und fragte:Wekker schüft mi nu den Meßwogen rut, Schiller oder Goethe?

Diese Redewendung wurde in der Nachbarschaft schnell bekannt. Etliche Wochen später war der hundertjährige Todestag Schillers, und alle Zeitun­gen waren mit Bildern und Artikeln über Schiller angefüllt. Davon hörte auch der kleine fünfjährige Fritz Siebert, und er fragte seine Mutter: Mutter, Schiller dat is doch de Kerl, de den Meßwogen noschüft?

II.

Aus dem Munde meiner Mutter hörte ich, daß ihre Großmutter Sieins, deren Mann Fährmeister bei der alten Lenzener Fähre gegenüber Schna­kenburg war, öfter folgende dramatische Begebenheit erzählt hat:

Die Postkutschen von Magdeburg nach Schwerin benutzten immer die

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