Ja, so einfach ist es wirklich nicht, bis alles so ist, wie es sein soll! Natürlich werden nicht alle Fahrzeuge so neu eingerichtet. Bei anderen Wagen werden nur während der Fahrt eingetretene Fehler beseitigt. Das geschilderte Beispiel zeigt aber, daß oft sehr viel Arbeit an einem Fahrzeug nötig ist.
Manchmal hat man auch Ärger bei der Arbeit, wenn z. B. etwas nicht klappen will. Die Freude ist dann um so größer, wenn der Wagen als fertiges, kleines Schmuckstück vor einem steht.
Das RAW Wittenberge ist auch die ,Klinik 1 unserer internationalen Schnelltriebwagen. Von hier traten viele Fahrzeuge ihre erste große Fahrt an. Seit einem Jahr befährt der Vindobona-Expreß nun schon die Strecke Berlin—Prag—Wien. Während dieser Zeit traten an dem Fahrzeug einige Kinderkrankheiten und Mängel in Erscheinung. Doch die Werktätigen des RAW Wittenberge beseitigten diese immer schnell und reibungslos, obwohl es nicht immer ganz einfach war.
Das RAW Wittenberge ist auch die Heimat eines Kühlzuges, der uns ständig aus den befreundeten Volksdemokratien und der Sowjetunion frisches Obst, Gemüse und Fleisch holt. Die Arbeiter sind immer ein bißchen stolz darauf, wenn der Zug nach einer langen Reise für einige Tage zu Hause, d. h. im Betrieb ist. In unserer Republik gibt es z. B. noch nicht sehr viele Kühlzüge. Eine ganze Menge wissen die Kollegen, die den Zug ständig begleiten, zu erzählen. Von den schönen Gebäuden und Grünanlagen in Dimitroffgrad (Bulgarien), von der Fahrt über den Balkan, wo vier Lokomotiven den Zug über eine Höhe von 1500 m bringen müssen u. a. Täglich kommen neue Fahrzeuge zur Reparatur in das RAW, und täglich werden neue Doppelstock-, Personen- oder Triebwagen fertiggestellt.
Die Kolleginnen und Kollegen sind mit Lust und Liebe bei der Arbeit. Sie überlegen auch, wie man Material einsparen und den Arbeitsablauf vereinfachen kann. So wurden im vergangenen Jahr 336 Verbesserungsvorschläge eingereicht. Davon konnten 226 realisiert werden. Der volkswirtschaftliche Nutzen beträgt insgesamt 286 623 DM.
Die Arbeiter wissen, daß durch ihre Einsparungen, durch ihre Verbesserungsvorschläge unser aller Leben besser wird.
Es ist gleichzeitig ihr Dank an unsere Regierung, an unseren Staat, für die Hilfe und Unterstützung, die er ihnen gewährt. So haben alle Kolleginnen die Möglichkeit, sich durch Qualifizierung am Arbeitsplatz und durch Schulungen in leitende Stellungen des Betriebes einsetzen zu lassen. Ein Blick in den Frauenförderungsplan beweist die Sorge um unsere Kolleginnen und die Hilfe. Da liest man, daß Umbesetzungen von Arbeiterinnen nicht ohne Absprache mit dem Frauenausschuß geschehen können, daß ständig ärztliche Untersuchungen stattfinden, daß zur Qualifizierung zurückgebliebener Kolleginnen Paten gewonnen werden sollen, und vieles mehr. Ob so etwas in westdeutschen Betrieben möglich wäre?
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