Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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Skizzen. 7

Brauchte ein Fürſt außer den ihm durch das Herkommen zuſtehenden Leiſtungen Geld, ſo mußte er mit ſeinen Ständen um jede neue Steuer, Zollerhöhung, Umlagen, bald auch um Kriegshilfe feilſchen; oft ihre Bereitwilligkeit mit neuen Freiheiten erkaufen.

In Thüringen , Oeſterreich und Bayern kam es zu offe­nem Aufſtande, als die Fürſten ſich dem Willen ihrer Stände nicht fügen wollten.

Die damals mächtigſten Familien, die Habsburger in Oſterreich , die Wettiner in Sachſen und Thüringen , die Zäh­ringer in Baden, die Grafen von Württemberg in ihrem Stammland, vor allem die Wittelsbacher in Bayern , mußten im XV. Jahrhundert mit ihren Landſtänden die Regierungs­macht teilen. | Nicht ſo in Franken die jüngſte dieſer großen fürſtlichen Familien die Hohenzollern .

Sie waren nicht nur die Fürſten , ſie waren auch die Beſitzer ihres Landes. Ihr Fürſtentum war eigentlich nur ein ausgedehntes Rittergut, mit deſſen Beſitz der fürſtliche Name verbunden war; die Bewohner dieſes Fürſtentumes waren Lehensleute oder Grundhörige des Hauſes.

1 Als Schwiegerſohn des Grafen von Rätz') war ein Driedrich von Hohenzollern am Ausgang des XII. Jahrhun­derts aus Schwaben nach Franken gekommen;?) kaiſerliche Huld hatte ihm nach des Schwiegervaters Tode das Burg­grafenamt der Stadt Nürnberg übertragen. Die Burggrafen von Nürnberg hatten von Anbeginn den militäriſchen Befehl über die Reichsburg in Nürnberg und über alle kaiſerlichen Dienſtmannen in Franken ; andes Kaiſers Statt hielten ſie

) Hohenz. Forſch. I. S. 1068. 5 2) Berner,Die Abſtammung u. älteſte Genealogie der Hohen­ zollern

, Forſch. zur Brandenbg. und preuß. Geſch., Bd. VI. Vgl. da­

gegen Chr. Meyers AusführungenDie Herkunft der Burggrafen von Nürnberg

, der annimmt, daß die Hohenzollern Nachkommen der Grafen von Abenberg ſind.