10 Skizzen.
Markgraf und ſeine Vorderen herkommen und gehalten wären!) und„daß niemand ſagen könnte, ob die Burggrafen Franken, Bayern, Schwaben oder Niederländer wären. Der Biſchof von Würzburg hätte allein das Recht, ſich Herzog von Franken zu nennen; zu Unrecht trügen die Burggrafen ihren Fürſtentitel, da ſie tatſächlich keines Landes Fürſten wären.“
Recht nach Art eines Emporkömmlings antwortete Albrecht auf ſolchen Vorwurf.
Er zählte die vornehmen Verſchwägerungen ſeines Hauſes mit denen von Sachſen, Bayern und Württemberg auf und erzählte dann das alberne Märchen, daß die Zollern eines der ſechzehn Fürſtengeſchlechter geweſen ſeien, auf die in alten Zeiten das Reich geſtiftet worden wäre.“)
Ein Mann aus dieſer„ſelf made Dynaſty“ hätte wohl eine andere und würdigere Abwehr finden können.“) Wohl konnte der Wittelsbacher mehr Ahnen bei Namen
nennen als Albrecht. Aber unter ſeinen Ahnen war neben
vielen trefflichen Männern doch mancher ſchlimme Geſelle, mancher Wüſtling und Verſchwender geweſen.
Die fränkiſchen Hohenzollern hatten ſich dagegen faſt ohne Ausnahme ſeit zwei Jahrhunderten als tapfere Kriegsmänner, weiſe Ratgeber und ſorgſame Hausväter erwieſen.
1) K. B. Reichsarchiv. Neuenburger Copialbuch XXXIX, S. 149 bis 115. Selbſt der Rat von Nürnberg konnte ſich während der Friedensverhandlungen nach dem Städtekriege der Behauptung nicht enthalten, daß der Biſchof von Würzburg„ein Fürſt in merklicherem Stand und Weſen und höher wäre“ als der Markgraf. Nürnberger Kr. A. Relation Bd. 484, S. 343358.
) Schon Meiſterlin weiſt dieſe Behauptung zurück. StädteChron. III, S. 78. Joachimſon, die humaniſtiſche Geſchichtsſchreibung in Deutſchland I, S. 205206. Im Germaniſchen Muſeum, Scheuerl A. XIV, Nr. 1 findet ſich eine Unterſuchung Willibald Pirkheimers, die ſich ſcharf gegen die Annahme wendet, daß die Hohenzollern vor ihrer Standeserhöhung durch Karl IV. Fürſten geweſen wären.
Seite 157.
3) v. Stockheim, Urk. und Beilagen zur Geſch. Albrechts IV.,