12 Skizzen.
Zwei Jahrhunderte lang waren die Zollern die größten Geldverleiher, die weitſichtigſten Güterkäufer des Reiches.
Die Hände, die draußen des Reiches Banner gegen ſeine Feinde und Rebellen trugen, verſchwendeten daheim nichts für Wein, Weib und unſinnigen Tand. Die Zollern im XIII., XIV. und XV. Jahrhundert waren gar kluge Rechner und ſparſame Hauswirte.
Waren benachbarte Grafen in Geldverlegenheit, an den Burggrafen konnten ſie ſtets ihre Güter verkaufen; wollten die bayeriſchen oder fränkiſchen Fürſten und Biſchöfe Tourniere halten, Krieg führen, reiſen oder bauen, ſtets borgten die Zollern bares Geld. Für die Leihſumme belehnte ſie der Biſchof mit einem Grenzſtädtchen ſeines Stiftes, verpfändete einen Wald oder ein Dorf. Ein Fürſt verzichtete für Geld auf Blutbann und Gericht, die er bisher in Teilen des burggräflichen Beſitzes ausgeübt hatte. Karl IV. erhielt für Schloß und Stadt Feuchtwangen 50 000 Gulden. Das Haus Bayern für den Verſatz von Hohentrüdingen und Heidenheim 17 000 Gulden.“) a
Mit dem Gold, Silber und Eiſen ihrer Bergwerke im Fichtelgebirge kauften ſich die Zollern fürſtliche Rechte, Titel, Güter und Lehen; es half ihnen, ihre Frauen zu werben.
Was die Zollern einmal im Beſitze hatten, das hielten ſie mit feſtem Griffe. Vom Vater auf den Sohn erbte ſich das Trutzwort, auf deſſen erſten Teil wohl nur beſonderer Wert gelegt wurde:„Abgewonnene Schlöſſer und davongelaufene Weiber kommen gemeiniglich ſeiner Zeit wieder heim“.
Im XV. Jahrhundert hatten dieſe kaufmänniſch begabten Fürſten, dieſe fürſtlichen Kaufleute das einſt von den Grafen von Meran Ererbte vervielfacht, als ſich ihnen durch eine günſtige Konjunktur ein Spekulationsobjekt von einer ungeheuren Ausdehnung und Bedeutung bot.
1) Höfler, Denkwürdigkeiten Ludwig von Eybs, S. 36. 2) Höfler, a. a. O., S. 119.