Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
13
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Skizzen. 13

Nur ein Fürſt, der Feldherr, Diplomat und geſchickter Kaufmann in einer Perſon war, konnte dieſe Spekulation wagen und zu gutem, gewinnreichem Ende führen.

Die Energie, der Scharfblick und die Geſchicklichkeit des Burggrafen Friedrich VI. iſt um ſo bewundernswerter, als ſein Vater durch allzu raſchen Güterkauf und zahlreiche Fehden die Barmittel der Herrſchaft arg geſchmälert hatte.

Geradezu erſtaunlich iſt es, daß der Burggraf in ſolcher Zeit mit dem altem kaiſertreuem Prinzipe ſeines Hauſes zu brechen gewagt, und daß er als erſter Hohenzoller ſich lediglich als Territorialherr gefühlt hat, dem feine Haus- und Landes­zi⸗ intereſſen wichtiger waren, als die Gunſt der Kaiſer.)

te Trotzdem hat Friedrich es beſſer noch wie irgend einer uf ſeiner Vorfahren verſtanden, im Dienſte der römiſchen Könige if ſich Ehre und Gewinn zu erwerben. Am Hofe König Sigmunds wurde er durch feine Klugheit und ſein zielbewußtes Handeln rn| Bald unentbehrlich.

90 0 Mit vollen Händen hätte ihm dieſer frohgemute König, 2 der niemals rechnen gelernt hatte, gerne gedankt. Aber ſeine el, Kaſſen waren leer.

5 Die Juden zu drücken oder zu prellen, ſich von Bürgern um die Zeche pfänden zu laſſen, minderte nicht die treffliche ich Llaune dieſes Königs. Nie aber hätte er einer ſchönen Frau

aals Liebesdank einen Schmuck geweigert, nie geleiſtetetreue unverdroſſenliche und koſtſpielige Dienſte unbelohnt gelaſſen. Noch vor ſeiner Wahl zum römiſchen König verſchrieb Sig­mund dem Burggrafen Friedrich 20 000 Gulden auf einige ungariſche Herrſchaften und gewährte ihm ein Jahresgehalt von 4000 Gulden.)

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1) Vgl. Genaueres Ende d. zweiten Kap.

2) Minutoli a. a. O., S. 66. Sigmund ſchreibt am 28. Januar 1412, daß er dem Kurfürſtenvormals 4000 Gulden Jahresgehalt ver­ſchrieben habe.