Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
16
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16 Skizzen.

oft genug vorgehalten worden, mit weſſem Gelde er fernerhin dem Könige ſeineköſtlichen Dienſte leiſtete.

noch 1412 verſchrieben wurden, finden ſich gleichfalls ſeit 1415 keine Quittungen mehr und iſt nirgends die Rede.;

Vom pekuniären Standpunkte betrachtet, erſcheint ſo die Er­werbung der Mark faſt wie ein Opfer des Burggrafen, da die ihm urſprünglich verſchriebene Pfandſumme von 100 000 Gulden in An­betracht ſeiner Verzichtleiſtungen geradezu niedrig genannt werden muß. So iſt es wohl erklärlich, daß Sigmund bei der erſten Gelegenheit die Pfandſumme um weitere 50 000 Gulden erhöhte.

Wohl würde der König, wenn er ſein Erbe wie ein Maſſen­verwalter liquidiert oder wie ein Güterzertrümmerer die Mark geteilt und die Teile dem Meiſtbietenden zugeſchlagen hätte, eine größere als die dem Burggrafen ſchuldige Summe gelöſt haben. Doch leiteten den König bei der übergabe der Regentſchaft an den Burggrafen auch ideale Motive, wie er mit Recht in dem Konſtanzer Belehnungsbrief betont. Dazu wäre die Zerſtückelung der Mark eine Verletzung der goldenen Bulle geweſen und hätte auch nicht ſehr viel mehr als die Summe erbracht, die der Kaiſer dem Burggrafen in bar und in Form jähr­licher Leiſtung ſchuldete.

Die Mark war 1388 für 565 263 Gulden an Jobſt von Mähren verpfändet und ſpäter für dieſe Summe an ihn verkauft worden. Da­mals, kurz nach dem Tode Karls IV., war die Mark ein reiches, blühen­des Kurfürſtentum geweſen, 1411 war es einhalb verlorenes Land. (Heidemann, Die Mark Brandenburg unter Jobſt von Mähren. S. 208, Prutz, Preuß. Geſchichte, I. S. 129.) Die Einkünfte der Herrſchaft waren faſt verſiegt, die Bevölkerung verarmt, die Schlöſſer verpfändet; ungeheure Summen waren nötig, um nur Ordnung im Lande zu ſchaffen.

Die ſpätere Erhöhung der Pfandſumme auf 400 000 fl. ent­ſprach vielleicht den gemachten und noch notwendigen Auslagen des Burggrafen für die Mark, ſeinen neuerlichen Verdienſten bei der Königs­krönung und auf dem Konſtanzer Konzile, keineswegs aber dem realem Werte des Landes.

König Sigmund hat nach dem Zerwürfniſſe mit dem Burg­grafen zwar dem Hochmeiſter geſchrieben, daß Friedrich nur auf ⸗Wiederkauf mit der Mark belehnt wäre, er hat ſich aber wohl gehütet, auch nur den Verſuch zu machen, die Pfandſumme aufzubringen. Da­gegen hat der Burggraf die wertvollſten Rechte und Beſitzungen in Franken verkauft und verpfändet, um, wie Ludwig von Eyb bezeugt