Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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Skizzen.

Das kümmerte Sigmund gar wenig. Am 11. Juni 1411 ſetzte er den Burggrafen zum Regen­ten der Mark Brandenburg ein. Gegen Verzicht auf die Ver­

(Denkw. S. 118) die Mark ſeinem Hauſe zu erhalten. Trotz der großen, ſo gelöſten Geldſummen(Minutoli a. a. O., S. 288294) ſtanden bei dem Tode des Kurfürſten ſeine Söhne in Franken faſt vor dem Staatsbankerott. Albrecht hatte nur 6000 fl. jährliche Einnahme. Trotzdem iſt es ihm im Laufe ſeiner Regierung gelungen, die ver­pfändeten Schlöſſer und Städte wieder einzulöſen. Nach ſeiner Angabe hat er allein für die Deckung der väterlichen Schulden über eine Million Gulden ausgegeben.(Priebatſch, Polit. Korreſpondenz, III, S. 365.) Aber nicht nur, um die Gründe für die ſchlechten Finanzen Albrechts im Beginn ſeiner Regierung darzulegen, war dieſer Exkurs nötig. Die Erwerbung der Mark Brandenburg geſchah aus dem zähem, großzügigem und weitblickendem aber auch durchaus ſelbſtſüchtigem Geiſte phohenzollernſcher Hauspolitik, deren vorzüglichſter Repräſentant Albrecht einſt werden ſollte. Riedel(Zehn Jahre uſw., S. 252) betrachtet es als das Ver­dienſt ſeines Buches,daß die auswärtige Geſchichtsſchreibung Fried­richs Tatenglanz durch den Vorwurf nicht mehr verdunkeln könne, er 1 habe weniger edeldenkend als Sigmund die Schwächen ſeines königlichen Freundes zu ſeinem Vorteile eigennützig ausgebeutet und die verſchwen­deriſche Geſinnung Sigmunds immer klüglich zu benützen gewußt, um dieſen wohlberechnend immer tiefer und tiefer in ſeine Schuld zu bringen und mit unablöslichen Verbindlichkeiten zu umgarnen. Schlimmer als dieſe Behauptung erſcheint dem Verfaſſer der Vorwurf 9 Höflers, Arch. f. öſtr. Geſchichtsquellen, XII, S. 323: Nur die heutigen Tages zur Gewohnheit gewordene Ignorierung deſſen, was unlieb iſt und Illuſionen zerſtört, kann die Abſichtlichkeit erklären, mit der in Preußen von dem Umgang genommen wird, was in bezug auf die bhohenz. Geſchichte im erſten Kaiſerlichen Buche und in den fränkiſchen Studien niedergelegt iſt.

Die von Riedel auswärtigen Geſchichtsſchreibern in den Mund gelegte Darſtellung würde durchaus den Tatſachen entſprechen, wenn die Dienſte, die der Burggraf dem König geleiſtet hat, nicht im Verhält­nis zu deſſen Belohnung ſtehen würden. Hätte Sigmund im ſchmutzigen Geiz nach ſeiner Wahl zum König dem Manne, dem er vor allem die Wahl verdankte, nicht genügend belohnt, ſo hätte er in der ſchwieri­gen Zeit vor ſeiner Krönung und auf dem Konſtanzer Konzile auf ſeinen begabteſten Anhänger und ſeinen treueſten Vertreter verzichten

Markgraf Albrecht Achilles l. 2