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ſeine Perdigten und kommt ein unzählig Volk alle Tage hier ein von Böhmen und allen andern Landen.“)
Bis zur Ungerechtigkeit ging die Verehrung für dieſe Männer.
Mit kleinem Heere hatte Johannes Hunyadi die Türken aus Griechiſch⸗Weißenburg geworfen; dreimal hatte er dem Anſturm einer gewaltigen Übermacht getrotzt, den Seinen vorankämpfend, ein glänzendes Beiſpiel gegeben— ein Held und Führer.
Doch in den Berichten über dieſe Schlacht wird nicht allzuviel von ſeiner Tapferkeit geſprochen. Dort heißt es:„Bei dem
allem der ſelige Vater Capriſtan geweſen iſt und Gott unſern 9 de Herrn ſtetlich mit großer Andacht um Gnad und Hilf angeruft 1 Pe hat, alſo daß Gott durch ſeine Güte und Barmherzigkeit ſeinem chr
armen chriſtlichen Volke den Sieg gegeben hat.“) Man ermißt, wie unendlich andere Diener der Kirche
geſündigt haben müſſen, bis ſich ſolch' frommer Kinderglaube Ein in fanatiſche Wut gegen jeden geweihten Prieſter kehren konnte. tiv
Den Verfall der geiſtlichen Sitten im XV. Jahrhundert un ohne Zorn und Eifer zu ſchildern, iſt keine leichte Aufgabe; kei
kaum eine andere verführt mehr zu Übertreibung und Ungerechtigkeit. Es kommt hinzu, daß der Hiſtoriker hier, wie einſt Aſinius Pollio mach dem ſchönen Bilde des Horaz„über Feuer ſchreitet, das mit trüglicher Aſche umhüllt iſt“.
Die Kulturarbeit ſchweigſamer Karthäuſer, die Güterwirtſchaft fleißiger Ciſterzenſer, die Forſchungen kluger Bene
diktiner,) die Lehrtätigkeit der Brüderſchaft vom gemeinſamen au ) Straßburger St. A. A. A., Faſz. 134, Nr. 38. Mit dem Cruci⸗ eG
fir in der Hand hatte der kleine, faſt ſiebenzigjährige Mönch ſich de— Türken entgegengeworfen. Vergeblich hatte er den Märtyrertod geſucht. 5 Val. auch Capriſtans Bericht an Papſt Calixtus, III Acta S. S. Oct. Tom X, S, 382.| 2?) Nürnberger Kr. A. Briefbücher 26, S. 196.„Mit dem Kruzi3) Eine der wenigen Ausnahmen dieſes Satzes bildet die gründ
liche Arbeit Keiblinger, Geſch. des Benediktinerſtiftes Meltz in Niederöſterreich, vgl. vor allem S. 521—571. a 5.