Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
37
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Skizzen.

eben und der deutſchen Ordensritter, die Werke der Barm­herzigkeit, die Alexianer, Antonierherren, Schweſter und Brü­der des Heiligen Geiſt⸗Ordens, Gottesfreunde, Eliſabetherin­

nen und Beguinen ausführten, werden wie etwas Selbſtver­

00 ſtändliches kaum erwähnt, ſind heute lange vexgeſſen.

Dagegen ſind die Kampfſchriften, die die Konzilien vor­

bereiteten, die Begründungen der Anträge auf den Konzilien, die Hirtenbriefe der Biſchöfe, die Beſtimmungen der Synoden, f unerſchöpfliche Beweisquellen für die tiefgeſunkene Moral des geiſtlichen Standes.)

Auch war es für viele niedrige Geiſtliche im XV. Jahrhun­

dert ein dankbares Thema, von der Verworfenheit des

Papſtes?) und der Prieſter, der wachſenden Macht des Anti­chriſt') und dem Herannahen des jüngſten Gerichtes zu predigen.

Natürlich kam auch hier der Rauch vom Feuer.

Es war eine groteske Forderung, die weltbeherrſchende und weltvereinigende Kirche auf ihren urſprünglichen primi­tiven Zuſtand zurückführen zu wollen, ihren Dienern die Ar­mut der Apoſtel, die Märtyrerfreudigkeit und Bedürfnisloſig­keit der Biſchöfe der Urkirche zur Nacheiferung zu empfehlen.

Tatſächlich war dieſe immer wiederkehrende Forderung

nur ſelten ernſt gemeint;) fie diente meiſt nur als ein Agi­tationsmittel, das dartun ſollte, wie weit ſich der beſtehende

Zuſtand von dem einſtigen, auf dem er ſeine Rechte gründete, entfernt hatte.

N In der Tat aber hätten die Apoſtel wohl mit Staunen auf viele habgierige, geile Nepoten geſchaut, die ſich um die Päpſte drängten, auf die Kardinäle, Kurialprälaten, Sekre­

) Jäger,Der Streit des Kardinals Nikolaus von Cuſa mit

dem Herzog Sigmund von Hſterreich, S. 31.

) Gebhardt, Die Gravanina der deutſchen Nation gegen den

römischen Hof(Diſſ.), S. 47. 3

) Liliencron, Hiſt. Volkslieder, II. S. 57, Vers 575578. ) Wie bei Thomas Eben dorfer,Über Pontificum'; © Arthur Lewi nſohn, Mitt. d. Inſt. f. öſterr. Geſchichtsf., XX, S. 97.