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Skizzen.
täre, Advokaten, Prokuratoren, Sollicitatoren, Exaktoren, Korrektoren und Abbreviatoren, denen oftmals ihres Heilands Lehre nur eine melkende Kuh war.“)
Selbſt der Wille wohlgeſinnter und frommer Päpſte, die eine ernſtliche Reformation der Kurie wünſchten, mußte ſich an dem paſſiven, aber deswegen nicht weniger zähen Widerſtande ihrer Umgebung brechen, deren Exiſtenz auf Beibehaltung des verderblichen Ausbeuteſyſtems der Völker beruhte.
Es waren gewaltige Summen, die als Taxen, Annaten, Sporteln, Prozeßkoſten nach Rom gingen, die für Erledigung von Bittgeſuchen oder Verleihung von Pfründen an die Kurie bezahlt wurden.?) Nicht immer waren die Finanzkünſte durchaus einwandfrei, die von der Kurie angewandt wurden, um die Zahlungsfreudigkeit der Gläubigen zu heben.“)
Wie ungeheuer der Goldſtrom geweſen ſein muß, der nach Rom floß, läßt ſich daraus ermeſſen, daß er dort nicht nur die Taſchen aller großen und kleinen Schmarotzer füllte, ſondern daß die Päpſte ſogar noch aus ihm die Mittel ſchöpfen konnten für die Erfüllung ihres Amtes als Seelſorger und Friedensſtifter der chriſtlichen Welt, für ihre großartigen.
1) Vgl. Dantes Verſe im 27. Geſange des Paradieſes. Reumont, Geſchichte von Rom II, 2, S. 816.„Seit Bonifazius IX. beginnt die Käuflichkeit der Amter, die natürlich in der Taxenerhöhung ihren Ausdruck fand.“ Vgl. Tangl,„Das Taxweſen der päpſtlichen Kanzlei vom XIII. bis zur Mitte des XV. Jahrhunderts“, Mitt. d. Inſt. f. öſt. Geſchichtsforſch., Bd. XIII. S. 74.. Die Taxen im Wiener Concordat für Mainz und Köln und Salzburg waren mit je 10 000 Gulden, für Trier mit 7000 Gulden bemeſſen uſw. uſw. Koch,„sanctio prangmatica Germanorum ilustrata“, S. 230—233, vgl. 231, Anm. 74. Hefele,„Conciliengeſchichte„Bd. VII, 845, Anm. 1. Eine Taxrolle der Kurie für Deutſchland bei Döllinger,„Materialien zur Geſch. des 15. und 16. Jahrhunderts“, II, S. 1-296.| 2) Voigt,„Stimmen aus Rom über den päpſtlichen Hof im 15. Jahrhundert“, Raumers Hiſt. Taſchenbuch, IV, S. 45184.
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