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Bauten und Sammlungen,) für die reichliche Unterſtützung von Gelehrten und Dichtern,) für die Errichtung von Feſtungen in ihrem Gebiete, ſowie für ihre italieniſchen Fehden.
Es war eine der größten Beſchwerden dieſer Zeit, daß
die großen, den Päpſten zur Verfügung geſtellten Summen
nur zum kleineren Teile notwendigen oder auch nur nützlichen und würdigen Zwecken dienten.“)
Den Beſteuerten ſelbſt war die Verwendungsart ihres Geldes wohl meiſt recht gleichgültig. Wer ſich eine Pfründe gekauft hatte, dachte vor allem daran, ſeinen Kaufpreis mit
Zins und Zinſeszins aus ihr herauszupreſſen.
Es iſt klar, daß dieſe geiſtlichen Geſchäftsmänner ihr Seelſorgeramt vernachläſſigten; daß die ohne Überzeugung und Kraft vorgetragenen Predigten unwiſſender und unwürdiger Prieſter den Gottesglauben nicht feſtigen konnten. Das Sakrament der Buße mußte zum Geſpött werden, wenn zu gewiſſen Zeiten und gewiſſen Anläſſen die Entſühnung bei privilegierten Ablaßkolporteuren zu kaufen war; mochten dieſe immerhin die Reue des Käufers über ſeine Sünden vorausſetzen.
Natürlich kam nicht alles Unheil aus Rom.
Pfründen, über die der Papſt kein Beſtimmungsrecht hatte, wurden häufig nicht beſſer als die von ihm vergebenen verwaltet. Die Klöſter füllten ſich mit Menſchen, die nicht Berufung oder innerer Drang dorthin trieb, ſondern die nur
) Muntz,„Les arts à la cour des papes“, Bd. 1, S. 36—54.
2) Geiger,„Renaiſſance und Humanismus in Italien und Deutſchland“.
3) Sehr übertreibend jagt Cu ſa in ſeiner„De concordantia eatholica“, Scharpff, der Kardinal, a. a. O. S. 50:„Nicht etwa bloß die Inveſtitur ohne Annahme von Geld hat der Papſt an ſich gezogen, sondern auch ſo viel an Geld, daß Deutſchland dadurch nicht nur beſchwert, ſondern geradezu ruiniert iſt.“ S. 30:„Darum klagt die Welt jetzt laut über die Gewinnſucht der Kurie.“ S. 58:„Nach Rom bringen ſie Gold und Silber, Papier bringen ſie zurück.“