Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
41
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Skizzen.

Kleid, die gute Verſorgung lockten, denen des Ordens Regel drückend, ſeine hohe Aufgabe langweilig erſchien. Gar viele Namen von Ordensrittern find mit Ehrfurcht

zu nennen, die mit aller Kraft ſich dem Verfall entgegen­

ſtemmten, die für des Ordens Beſſerung jedes Opfer willig gebracht haben.

Die Lauen und Schlechten aber waren bald die Mehr­heit. Das früher blühende Land verſank in Armut und der

Hochmeiſter des einſt ſo über alle Maßen gefeierten Ordens

mußte überall verkünden laſſen, daß er unnachſichtlich jeden ſtrafen werde, der ihn oder ein anderes Ordensglied ſchmähe undmit böswilligen Worten verletze.

Nie hatte das Wort des heiligen Bernhard mehr Gel­tung gehabt:Der Glaube gebar den Reichtum, aber das Kind verſchlang feine Mutter.)

1 Das durchaus weltliche, geradezu protzige Auftreten vieler Biſchöfe war ein öffentliches Argernis.

Kein Leckerbiſſen, kein Wein zu edel für ihre Praſſe­

keien, kein Edelſtein zu koſtbar für ihr Biret oder für ihre Ringe, kein Mädchen zu ſchade für ihr Bett.) Unter dem Gekläff einer rieſigen Meute, auf der Fauſt den Falken, ſo zogen ſie zur Jagd, wenn ſie es nicht noch gar für ritterlicher hielten, ihre Diözeſanen zu bekriegen und die Kirchen zu verbrennen, in denen ſie hätten predigen ſollen.

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)Religio peperit divitias, sed filia devoravit matrem.

2) Liliencron a. a. O. I, S. 416,Das Almoſen turniert und ſticht, das Almoſen hadert und ficht, das Almoſen treibt alle Un­geſchicht. Das Almoſen ludert und ſpielt, das Almoſen raubet und ſtiehlt, das Almoſen keiner Büberei bevilt, das Almoſen tanzet und ſpringt, das Almoſen alle Unrecht verbringt. Das Almoſen jaget und bist. Das Almoſen krieget und raiſt. Das Almoſen Witwen und Waiſen naiſt(plagt).Die Beiſchläferinnen, ſagt Mathias Crocow, Biſchof v. Worms,find ſo prachtvoll gekleidet und fo ehrenvoll ausge­lten, als ob das Concubinat nicht verboten wäre. Walchius Monu­enta mediaevi Vol. II, Fſc. 1, Kap. 2. BrantsNarrenbeſchwö­ng, Kap. 32, 50 ff.