Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

se

EEE EEE

SEM

.

.

58 Skizzen.

lich gebildeten Ärzten!) und Apothekern) verſehen,zur Ver­wahrung der armen Leute begabt.) Die Krankenpflege nur blieb weiter in den Händen von Ordensbrüdern und ſchweſtern.

Seelbäder, die fromme Leute zum Gedächtnis ihres Sterbetages beſtimmten,) verhalfen auch den Armen zu dem beliebteſten Vergnügen der damaligen Zeit.

Die Schwitz⸗ und Waſſerbäder waren ſtets überfüllt. Allerhand Kurzweil wurde dort getrieben, gefochten, geturnt und geſcherzt. Da die Trennung der Geſchlechter nicht überall ſtreng durchgeführt war, ſo unterſchied ſich das Treiben in den Badeſtuben häufig nur durch die ſoziale Stellung der anweſen­den Frauen von den Orgien in den Dirnenhäuſern.?) Wurden allzu böſe Dinge ruchbar, ſo griff wohl ein geſtrenger Rat mit harten Verfügungen ein.

Der Rat war allerorten der unbeſtechliche Richter der Sitten ſeiner Bürger.|

Wie der Arme für feine Not ein Almoſen, ſo fand der Künſtler und Gelehrte in den Städten für ſein Wirken ſtets reichlich Dank und Anerkennung. Ein Beiſpiel edlen Mäce­

) Hüllmann,Städteweſen des Mittelalters, IV, S. 45. Kriegk,Deutſches Bürgertum im Mittelalter, S. 8 ff.

) Seit der Mitte des XV. Jahrhunderts begann die ſtaatliche Beaufſichtigung der Apotheker. Vgl. Kriegk, a. a. O., S. 69. In Nürnberg waren die Apotheken noch lange mit Zuckerbäckereien ver­bunden. Markgraf Albrecht ließ ſich von dort Süßigkeiten in die Mark nachſenden.

) Münchener Hofbibliothek, Konrad Celtis, Beſchr. v. Nürn­berg, S. 46. Vgl. auch Kriegk, a. a. O., S. 75 ff.

) Zappert,über das Badeweſen mittelalterlicher und ſpäte­rer Zeit. Arch. für Kunde öſterr. Geſchichtsquellen, XXI, S. 51 ff.

) Vgl. die Abbildungen bei Schultz,Deutſches Leben uſw..

Über die Einrichtung dieſer Häuſer handelt Jäger,Schwäbiſches Städteweſen im Mittelalter, S. 544 ff.