Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen

Skizzen. 50

natentumes hat der Nürnberger Kaufmann Bernhard Walter durch die Unterſtützung des berühmten Aſtronomen Regiomon­tan gegeben.) Die Eiferſucht, mit der Walter ſpäter des Toten Werke vor jedem berufenen und unberufenen Auge hütete, zeigt am beſten, wie lieb ſie ihm geweſen ſind.

In Nürnberg fand Hartmann Schedel die Mittel zum Druck feiner großen Bilderchronik.)

Ihrer Tüchtigkeit, ihrem Selbſtbewußtſein, ihrem Kunſt­ſinne und ihrer tiefen Frömmigkeit haben die Bürger im XIV. und XV. Jahrhundert Denkmäler geſetzt, die für die Ewig­keit beſtimmt zu ſein ſcheinen.

Auch für die Baukunſt gilt, ſeiner tieferen Bedeutung nach, Buffons Wort:Le style c'est l'homme.)

Die trutzigen Türme, die feſten Tore und Zwinger, die hohen Rat⸗ und Zunfthäuſer find alle aus dem gleichem Geiſte erſtanden. Selbſt in den kirchlichen Bauten prägt ſich ein Zug von dem ſtraffem, rüſtigem und großzügigem Weſen dieſer

1) Gleichſam als das Zentrum Europas erſchien Nürnberg dem Regiomontan. Auch fand er nur hier Feinmechaniker für aſtronomiſche Inſtrumente(Schulte,Geſch. des Mittelalterlichen Handels, S. 559) und das weitgehendſte Verſtändnis für Mathematik und Aſtronomie. (Ziegler,Regiomontanus, S. 16. Vgl. die Einſchränkungen bei Hermann,Die Reception des Humanismus in Nürnberg, S. 41 bis 48.) Für den Augsburger Humaniſtenkreis in der Mitte des XV. Jahrhunderts. Vgl. Wattenbach,Sigismund Goſſembrot als Vorkämpfer der Humaniſten und ſeine Gegner, Z. f. Geſch. d. Ober­rheins, 25, S. 3639. Goſſembrot war Bürgermeiſter von Augsburg. Joachimſon,Die humaniſt. Geſchichtsſchr. in Deutſchland, Heft 1, S. 1621. Joachim ſon,H. Schedels Briefwechſel, Bibl. d. lit. Vereins Stuttgart, Bd. 196.

2) Joachim ſon,Gregor Heimburg, S. 97.

3) Reichensperger,Parlamentariſches über Kunſt und Kunſthandwerk, S. 25.