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Männer aus.!) Eine ſpätere Zeit mit ihrer unendlich vervollkommneten Technik hat ähnlich großartige Schöpfungen nicht hervorgebracht.
Nach Tauſenden, nicht nach Millionen wie heute, zählte damals die Einwohnerzahl ſelbſt der größten Städte, gering nur war ihr Haushalt, aber das felſenfeſte Zukunftsvertrauen, der großartige Unternehmungsgeiſt und der opferfreudige Gemeinſinn ihrer Bürger ließ dennoch dieſe Bauten erſtehen.
Ihre Einrichtung und Ausſtattung war nur durch die ſtrenge Ausbildung und das genoſſenſchaftliche Zuſammenarbeiten der Künſtler und Handwerker möglich.
Für das ganze Reich hatten die Hütten eine gemeinſame Ordnung feſtgeſetzt; die vier Haupthütten in Straßburg, Wien, Köln und Zürich wachten über die Innehaltung und erhoben Abgaben.“)
In den Bau⸗ und Steinmetzhütten wurde wie in jeder anderen Zunft der eintretende Lehrling in ſtrenger Zucht im Handwerk unterwieſen. Der Geſelle ging auf die Wanderſchaft, ſah und lernte in anderen Städten und in fremden Ländern.
Meiſter konnte nur werden, wer ein von der Zunft anerkanntes Meiſterſtück geleiſtet hatte.
Die Begabung und Handfertigkeit der einzelnen Meiſter unterſchied ſie wohl von einander; Pfuſcher aber waren in der
) Kugler,„Geſch. d. Baukunſt“, Bd. III, S. 328.„Es iſt etwas Charakteriſtiſch⸗Bürgerliches in der Nürnbergiſchen Architektur. Ein nüchtern verſtändiger Grundgedanke, der aber nach Umſtänden gerne auf kräftige Wirkung ausgeht und eine reiche, zugleich in überſichtlicher Ordnung gehaltene Ausſtattung zur Schau zu ſtellen liebt.“„Einen
Gradmeſſer nationaler Kraft“ nennt Kraus,„Geſch. der chriſtl. Kunſt“, Bd. II, S. 162, die Gotik.
2) Janner,„Die Bauhütten des deutſchen Mittelalters“, S. 57. In; den Bauhütten wurde der Geſelle erſt„Parlirer“, bevor er ſein Meiſterſtück ablegen durfte. Für die Geſch. der Bauhütten vgl. Schnaaſe,„Geſch. d. Bildenden Künſte“, Bd, IV. Re ichensperger,„Die Bauhütten des Mittelalters“. a