Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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66 Skizzen.

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und dem Ruhme ihrer Vaterſtadt oder ihres Fürſten zu er­zählen.)

Da die Städte die eigentlichen Stätten der Bildung waren, ſo ſind natürlich die Städtechroniken weit zahlreicher als alle anderen.

Dieſe Chroniken geben uns das beſte Bild von dem Leben und Treiben in den Städten. Aus ihnen, ſowie aus den ſorg­fältig geführten Briefbüchern der Stadträte lernen wir am beſten ihre Politik und ihr Verfaſſungsleben kennen.

Die geſamte Staatsgewalt lag in den Händen des Rates, deſſen Mitgliedſchaft Ehrenamt war. Die demokratiſche Ver­faſſung der meiſten Städte, die Macht der Zünfte, die leichte Verleihung des Bürgerrechtes, die Liberalität bei der Aufnahme in das Patriziat') verbürgten damals noch, daß nicht Verknöche­rung oder eine allzu unbeſcheidene Vettern⸗ und Günſtlings­wirtſchaft Platz griffen, wie ſie ſtrenger Abſchluß in jedem Gemeinweſen zu bilden pflegt.

Die geſchäftskundigen Kaufherren erwieſen ſich oft als fähige und würdige Diplomaten; bei ſchwierigen Verhandlun­gen und Prozeſſen freilich verwandte der Rat meiſt einen der angeſtellten Stadtjuriſten, die ſich bei dieſen Anläſſen oft ſol­ches Anſehen erwarben, daß benachbarte Fürſten die Städte erſuchten, in ſchwierigen Lagen ihre Sache durch den Stadt­juriſten vertreten laſſen zu dürfen.)

So waren Gregor Heimburg und Martin Meier zu gleicher Zeit Stadtjuriſten in Nürnberg, dazu wurde noch Heinrich Leubing, Pfarrer von St. Sebalt, und Dr. Knorr für politiſche Sendungen gebraucht.

1) Vgl. Kern, Städtechronik, X, S. 48.

2) Städte⸗Chr., Bd. I, S. 215.

3) So erbitten 1446 innerhalb weniger Monate Erzbiſchof Jakob von Trier, Herzog Heinrich von Landshut, Herzog Albrecht von München, Herzog Albrecht von Oſterreich und die Stadt Nördlingen den Dr. Gregor Heimburg vom Rat der Stadt Nürnberg. Nürnberger Kr. A. Brief­bücher, XVIII.