Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
70
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70 Skizzen.

den folgenden beiden Jahrhunderten benachbarte Städte und Landſchaften an.)||

In dieſen oberallemanniſchen und burgundiſchen Bauer­und Bürgerköpfen lebte ein ungeſtümer Freiheitsdrang, ein wilder Trotz,) den kein Vertrag band, dem die Waffe das Recht war.Jus in viribus habebant.

Dem Hauſe Habsburg entriſſen die Eidgenoſſen in immer neuem Kampfe alle Gebiete und Rechte in ihren Gegenden, bis ſie in planmäßigem Vordringen natürliche Grenzen erreicht hatten. a

Während die durch fürſtliche Gebiete getrennten Städte­bünde auseinander fielen, ſchloß ſich die Eidgenoſſenſchaft von Tal zu Tal eng zuſammen; jederOrt wahrte ſich ſeine Selbſt­regierung. Aber die, gemeinſameTagſatzung beſchloßin Abſchieden über alle Fragen der äußeren Politik, erklärte Krieg und verhandelte über den Frieden.|

Der alteZürich⸗Krieg iſt im Grunde nur der Kampf für den nationalen Gedanken der Eidgenoſſenſchaft, der Kampf für Einheit und Bundestreue.)

Wahrlich, nicht dasmindeſte Glied wurde durch Habs­burgs falſche Politik vom Reiche abgelöſt; auf den unſterb­lichen Ruhm, den dieſes Haus im Oſten in der Abwehr gegen die Türken gewann, wirft die Abkehr der Eidgenoſſenſchaft vom Reiche einen dunklen Schatten.

Aber im XV. Jahrhundert wenigſtens iſt die Geſchichte der Eidgenoſſenſchaft noch deutſche Reichsgeſchichte; hier findet

. 1) Luzern, Zürich, Glarus, Zug, Bern, Freiburg und Soloturn; ihnen ſchloſſen ſich am Ende des XV. Jahrhunderts Baſel, Schaffhauſen und Appenzell an; ſie bildeten die 13Orte. |) Ochsli,Quellenbuch zur Schweizergeſch., S. 375. Das übertriebene Soliloquium Wimphelingii.

) Dierauer,Geſch. der Eidgenoſſenſchaft, II, S. 36119. Kanter,Hans von Rechberg von Hohenrechberg, S. 2452.