Skizzen.
Dorfes gab die Herrſchaft meiſt eine aus Wald und Wieſen beſtehende Almende. Nur das„Obereigentum“ behielt ſie ſich vor.“)
In den Ställen ſtanden Schweine, Schafe, Kühe und Ochſen,— die eigentlichen Zugtiere dieſer Zeit. Wagen und Ackerpferde waren ſelten.“) 1
Auf den Feldern baute man Hafer, Roggen, Weizen, Melonen, Kraut, Spelz, Dinkel, Rüben; weniger häufig Gerſte. Auch Weinreben wurden an vielen Orten des Reiches angepflanzt, wo heute die Kultur völlig verſchwunden iſt.“)
Die nahe bei den Dörfern gelegenen Gärten wurden mit lebendigen Zäunen eingehegt. Die Acker mit toten Hägen umzäunt, die nach der Ernte entfernt wurden, um die Brachen zur Weide zu benutzen.“)
Über die Art der Benutzung der Felder verfügte nicht der Einzelne, ſondern die Genoſſenſchaft.“)
In vielen Dörfern beſtand Feldgemeinſchaft; jeder Bauer erhielt ſo viel Feld angewieſen, wie er zur Ernährung ſeiner Familie bedurfte.
Das Dorfregiment hatte eine ähnliche Stellung, wie der Rat einer Stadt; es übte Feld⸗, Forſt⸗, Bau⸗, Markt⸗ und Gewerbepolizei, erhob Gemeindeſteuern und Frohnen und ſorgte für die Erhaltung des Friedens in der Dorfmark. Ja, die Alteſten im Dorfe ordneten ſogar an vielen Orten Vermögens⸗ und Erbſchaftsſtreitigkeiten der Gemeindeglieder.)
) Maurer, Geſch. der Dorfverfaſſung in Deutſchland, II., S. 195. Mone, 3. f. d. Geſch. d. Oberrheins, I., S. 392. 4 79 Lamprecht, Deutſches Wirtſchaftsleben im Mittelalter, I., ) Nordhoff, Der vormalige Weinbau in Norddeutſchland. ) Mone, 3. f. d. Geſch. d. Oberrheins, III., S. 399, V., S. 259. ) Maurer, a. a. O., I., S. 36.
6) Arch. des Germaniſchen Muſeums, fränkiſcher Kreis Brandenburg, I., Nr. 3.