86 Skizzen.
traf man aller Orten prächtige Hochwälder, von großen, fiſchreichen Bächen durchzogen, auf denen das gehauene Holz geflößt wurde.“)
In vielen Gegenden des Reiches fanden ſich Gold, Silber,?) Kupfer, Eiſen,) Steinkohle und Salzbergwerke; die reichſten lagen in Franken, Meißen, Salzburg, Böhmen, Tirol, im Harz und in dem Mansfelder Gebirgskreiſe.
„Die Märchen von den Bergmännchen im Munde des Volkes ſtammen wohl größtenteils aus dieſer Zeit. Überall ſpukten die klugen Zwerge mit ihren Schätzen und unerforſchlichen Zugängen in die Tiefe der Schachten.““)
Die Ausbeutung der Bergwerke war ein ängſtlich gehütetes Privileg des Fürſten, in deſſen Gebiete ſie ſich befanden.
Wie ein ſegenſpendender Strom ergoß ſich aus dieſen Bergwerken der Reichtum über das ganze Land.
) Mone, 3. f. d. Geſch. d. Oberrheins, Bd. III, S. 14 ff.
) Helfferich, Beitr. z. Geſch. d. deutſchen Geldreform, S. 4, gibt für das Ende des XV. Jahrhunderts die Edelmetallproduktion der Welt auf 5800 Kilogramm Gold und 47 000 Kilogramm Silber an. Bei dieſer Statiſtik ſcheint aber doch die allmähliche Erſchöpfung der deutſchen Bergwerke zu wenig in Rechnung geſtellt zu ſein. Wohl zweifellos war die Ausbeute größer. Vgl. Lamprecht, Wandlungen in Deutſchland vom 14. bis 16. Jahrh. Z. f. Sozial⸗ u. Wirtſch.⸗Geſch., Bd. I, S. 198—200. Die Minen von Liévre ergaben im Anfang des XVI. Jahrh. allein für ca. 50 000 Gulden Silber. Vgl. Hanauer, studes économiques sur V’Alsace ancienne et moderne, Bd. I, S. 190. Der„Falkenſtein“ lieferte Ende des XV. Jahrh. ſogar 340420 000 Mark jährlich. Jäger, Beitr. z. tiroliſch.⸗ſalzb. Bergwerksgeſch., Arch. f. Sit. Geſch., Bd. LIII, S. 345.
) Beck, Geſch. d. Eiſens, Bd. I, 750770. Beſonders in Steiermark und Kärnten fand man Eiſen, aber auch in Böhmen, Mähren, den nordiſchen Alpen und im Berner Jura. Steinkohlen fand man bei Aachen, Lüttich und Zwickau.
) Plattner, Geſch. d. Bergbaues der öſt. Schweiz, S. 7.