Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
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Zu

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Er behauptete Konrad Truchſeß von Pommersfelden, dem Landrichter zu Nürnberg gegenüber, daß erdreuzehen Jare alt und den vierzehen Jaren neher denn den dreizehen wäre und beantragte, daß ſeine Verſchreibungen von jetzt an rechtliche Kraft haben ſollten.

Das Landgericht nahm den Antrag nicht in ſeinem vollen Umfange an, ſondern beſtimmte, daßweß ſich Albrecht mit ſeinem Herrn und Vater verſchribe bekennt und verſigelt, daß das wol billichen und zu Recht Macht und Kraft haben ſolte vor geiſtlichen und vor weltlichen Leuten und Gerichten und allen Steten wo dez not geſchehe.)

Nicht das Gernegroßtum eines übermütigen Knaben hatte Albrecht veranlaßt, ſich älter zu machen.

Um die böhmiſchen Ketzer niederzuwerfen, den Wunſch der Kirche und des Kaiſers zu erfüllen, rüſtete im Sommer das ganze Reich. Es galt, ein Heer aufzuſtellen, wie es keines Lebenden Auge vorher erblickt hatte.

Da konnte der neue Kurfürſt nicht zurückſtehen. Aber die Kriege und die Pfandeinlöſungen in der Mark hatten bereits ſeine Schuldenlaſt allzu hoch gehäuft. So ent­entſchloß ſich Friedrich, an Nürnberg ſeine Burg in der Stadt mit Amt und Gericht, ſeine Dörfer und Höfe in der nächſten Umgebung der Stadt, ja ſein Anrecht an dem Reichswalde zu verkaufen.)

Die vorſichtigen Nürnberger wünſchten unter dem Kauf­vertrage auch die Unterſchriften der Söhne des Kurfürſten. Nun weilte Johann in der Mark, Friedrich in Krakau wohl ſiegelte der Vater auch für ſie, doch die Nürnberger

4 1) Bamberger⸗Kr. A. S. 1, K. 30 L. 6 Z. 2. Vergl. Minutoli, S 46465. Spieß, Aufklärung in der Geſchichte der Diplomatie, S. 249. Durch dieſe Unwahrheit ſcheint dann auch in den Nürnberger Jahrbüchern, Städte⸗Chr., X. S. 139, der Geburtstag Albrechts ſtatt auf den 24. Nov. 1414 auf den 29. Nov. 1413 angegeben zu ſein.

2) Hiſt. Norimb. dipl., S. 568 und 570 ff.