Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
113
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 113

Proteſt Kaiſer Sigmunds gegen die Anmaßung des Konziles in der ſächſiſch⸗lauenburgiſchen Frage trägt auch feine Unter­ſchrift. N

Der Vater wollte wohl Albrecht in Ulm in die Geſchäfte des Reiches einführen und ihn mit den befreundeten Fürſten bekannt machen.) Denn aus dem Knaben war ein Jüngling geworden.?)

Ein prächtiger Junge, auf den Mutter und Schweſter wohl ſtolz ſein konnten, als er am 31. Auguſt in die Nürn­berger Turnierſchranken ritt.) 352 Teilnehmer zählte man, darunter 4 Fürſten und 60 Ritter, zum Teil wohl erprobte Turnierhelden.

Als die Pfalzgräfin und die Mutter Albrechts die Preiſe verteilten, erhielt Albrecht den vierten Preis.

1) Bayer, Jugendzeit, S. 45, nimmt an, daß Albrecht in Ulm alsRat und Mitglied der Geſellſchaft Kaiſer Sigmunds in deſſen Dienſte trat. Aus dem bezüglichen Briefe bei Minutoli, Kaiſerl. Buch, S. 135137, geht eher das Gegenteil hervor. Von einem inden Dienſt treten kann keinesfalls die Rede ſein, nur in dem Sinne war erRat und Diener des Kaiſers, daß erumb ein ſunſt, wenn er umb ihn war, ihm getreulich geraten und gedient hat, wie das Pflicht eines jeden Reichsfürſten war und wie Albrecht das auch ſeinem Sohne ſpäter empfehlen läßt. Albrecht ſcheint auch dieGeſellſchaft Sigmunds nach dem Zuſammenhang des Briefes, und wie es überhaupt wahrſcheinlich iſt, bereits in Preßburg, während erKnab der Köni­gin war,getragen zu haben. Schuſter, Kurfürſt Albrecht, Lehr⸗ und Wanderjahre, a. a. O., S. 118, nimmt an, es handle ſich bei demIn Dienſt treten um den Eintritt Albrechts in die von Sigmund geſtiftete Brüderſchaft des Drachenordens.

2) Loshorn, Geſch. des Bistums Bamberg, Bd. IV. S. 208, giebt ohne Quellenangabe an, daß Albrecht auf dem damals ſtattfinden­dem Regensburger Reichstage die deutſchen Fürſten durch feine geiſt­reiche Rede zur Bewunderung hingeriſſen hätte. Nach den deutſchen Reichstagsakten, Bd. XI, hat Albrecht dieſen Reichstag gar nicht beſucht.

3) Städte⸗Chr., Bd. I, S. 391 ff. Gemeiner, Regensburger Chr., Bd. III, S. 62. d

Markgraf Albrecht Achilles I 8