114 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Damals wie in allen Zeiten gab es Männer, die Fürſten nicht gerne ihre körperliche oder geiſtige Überlegenheit fühlen ließen, und auch im XV. Jahrhundert verließ ein Fürſt wohl ſelten ein Schützenfeſt oder Turnier ganz ohne Preis,— das hätte die Höflichkeit des Gaſtgebers kaum zugelaſſen. Aber Albrecht hatte ſich wirklich wacker gehalten, er hat„gar wohl geſtochen“, ſagt der Chroniſt.“)
Am Abend tanzte man im Rathauſe, der Rat hatte den großen Saal erweitern und drei Fenſter ausbrechen laſſen. Er ſparte auch nicht bei der Bewirtung ſeiner Gäſte.
Bis in die Morgenſtunde hinein waren die Gäſte an den Faſtnachtstagen fröhlich, tanzten und tranken.
Zum Schluß des Feſtes ließ Albrecht nach Neuſtadt zum 27. Februar ein eigenes Turnier ausrufen. Der junge Löwe hatte Blut geleckt, bald finden wir ihn als einen der gefeiertſten Turnierhelden wieder.
Wie Albrecht das Turnier, zu dem er eingeladen hatte, mit eigenen Mitteln beſtreiten wollte, iſt zwar unerfindlich. Der Vater hielt ihm nur 40 Pferde, 6 für ſeine Perſon, 34 für ſeine Begleiter,) und gab ihm eine jährliche Zulage von 400 Gulden. Wenn das„Rennen, Stechen, Turnieren“ die kleine Summe aufgezehrt hatte, gab wohl die Mutter aus Eigenem noch 100—200 Gulden.“)
1) Städte⸗Chr., Bd. II, S. 25.
) In ſeinem Eifer, ſeinem Sohne Johann, den er zur Sparſamkeit anhalten wollte, die ihm ſelbſt gewährte Zulage als möglichſt klein hinzuſtellen, unterläuft Albrecht ein Rechenfehler. Er ſchreibt: Der Vater habe ihm 30 Pferde gehalten, 6 zum persönlichen Gebrauch, 34 für feine Begleiter.
) Albrecht an feinen 14jährigen Sohn Johann, Höfler, Kaiſerl. Buch, S. 190192. Mit der Behauptung, er hätte auch keinen größeren Zuſchuß erhalten, als er bereits Ritter war, übertreibt Albrecht wohl, wenn er tatſächlich zum erſtem Male in Jeruſalem als 21jähriger zum Ritter geſchlagen worden iſt.