Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
115
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 115

i In Neuſtadt wird wohl auch das Turnier nicht abgehalten worden ſein. Nachdem Kurfürſt Friedrich mit ſeinen Söhnen am 5. Januar 1435 in Lichtenfels mit den Herzögen von Sachſen eine Erbeinigung geſchloſſen hatte,) ſchien es ihm an der Zeit, einen Herzenswunſch, den er ſelbſt ſich nie hatte erfüllen können,) ſeinen Söhnen zu gewähren.

Er beſtimmte Johann und Albrecht, eine Reiſe nach dem heiligem Lande zu unternehmen. Die Pilgerfahrt eines Fürſten erforderte damals recht beträchtliche Opfer, und es lag dem klugen Vater, der gütigen Mutter daran, daß die jungen Markgrafen als die Söhne eines Kurfürſten in Italien und im heiligen Lande auftreten konnten. 66 Begleiter folgten den jungen Markgrafen. Der Leiter der Reiſegeſellſchaft war wohl der markgräfliche Erbmarſchall Eberhard Förtſch; meh­rere fränkiſche Edle, die wir in ſpäteren Zeiten als treue Helfer Albrechts wiederfinden, begleiteten die Markgrafen, ſo Hans von Absberg, Hans von Eglofſtein, Albrecht von Gich, Schenk von Geyern, Martin von Waldenfels; vom märkiſchem Adel beteiligte ſich an der Pilgerfahrt der ſpätere Kanzler Kur­fürſt Friedrichs II., Heinz Kracht; vom ſächſiſchem Adel Kon­rad von Pappenheim und Graf Heinrich von Gera; aus dem Nürnberger Patriziat Franz Rummel, Sebaſtian Volckamer, Hans Stromer und Sebald Pfintzing. Die Geſellſchaft hatte einen Arzt, Dr. Hans Lochner, dem wir die Beſchreibung der Pilgerfahrt verdanken, zwei Dolmetſcher, einen Barbier und einen Schneider; ſogar ein Konditor begleitete die Pilger.

Der ſonſt nicht allzu verſchwenderiſche Kurfürſt hatte wahrlich nicht gekargt.

1) Minutoli, Kurfürſt Friedrich I., S. 108114.

2) Nur Lede bur, Archiv der preuß. Geſch., Bd. I, S. 167, hat die Nachricht, daß Kurfürſt Friedrich auch in Jeruſalem war.

3) Geisheim, Die Hohenzollern am hl. Grabe. Riedel, Cod. dipl. Brand., Bd. III, 1, S. 197217, wo auch frühere Drucke angegeben ſind. Schneider, 2 Hohenzollernfürſten in Jeruſalem, Märkiſche Forſch. S. 100 ff.

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