Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
116
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116 Die Jugendzeit des Markgrafen.

Doch außer dem frommen Zweck, der zugleich den alten Ruhm befeſtigte, mehr als andere Fürſtenhäuſer gottesfürchtig und kirchentreu zu ſein,) hatte der weitblickende Vater noch andere Ziele im Auge.

Schon damals hatten er und ſeine Frau ſich entſchloſſen, das Land Franken zwiſchen Johann und Albrecht zu teilen. Gemeinſames Erleben, ernſte fromme Erinnerungen ſollten Albrecht dem um 13 Jahre älterem Bruder innerlich näher bringen, ſollten dem Mann mit den Neigungen eines Gelehr­ten und den ſtürmiſchen Brauſekopf, den Junker, mit einander innig verbinden.

Einigkeit der Fürſten tat den Landen Not. Die Droh­reden Herzog Ludwigs von Bayern, des alten Zänkers, predig­ten das ſelbſt tauben Ohren. Zugleich konnten die jungen Markgrafen ihren Geſichtskreis erweitern, fremde Völker und Länder kennen lernen.

Am 21. März verließ die Geſellſchaft Nürnberg; am zweiten Tage machten die Markgrafen in Regensburg, am ſechſten in Burghauſen bei dem Bruder ihrer Mutter, dem Herzog Heinrich, Raſt, dann reiſte die Geſellſchaft ohne Unter­brechung über Salzburg, Gmünd, Conegliano nach Venedig, wo ſie am 8. April, dem neunzehnten Reiſetage, eintraf. 14 Tage blieben die Pilger in der reichen Handesſtadt und feierten dort das Oſterfeſt.

Am 22. April beſtieg man die Galleone, doch vier Tage hinderte ſtürmiſches Wetter die Abfahrt.

Einen Monat dauerte die nur durch kurze Stürme unter­brochene Seefahrt; man landete in Pola, Zara, Raguſa, auf

) Vgl. die Briefe Papſt Pauls II. an Albr., 14661468 im Bam­berg. Kr.⸗Archiv. 3 2) Vgl. Geisheim, Hohenzollern am hl. Grabe, S. 88. chuſter, Die Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande. Monumenta Germaniae Paedagogica. S. 125133.