Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
117
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Die Jugendzeit des Markgrafen. 117

der Inſel Korfu und in Modon. In Rhodos zeigten die Jo­hanniter mit Stolz den Margrafen ihre koſtbaren Reliquien.

Am 25. Mai ankerte die Galleone vor Jaffa; am 26. Mai traf das erbetene Geleit für die Pilger ein, am 27. betrat die Geſellſchaft den Boden des heiligen Landes.

Sehr bald wurden die Pilger gewahr, daß ihre fromme Sehnſucht eine ergiebige Erwerbsquelle der andersgläubigen Herren des Landes war. Man trieb die Pilger in ein höhlen­artiges Gewölbe, wie Warenballen wurden ſie abgezählt und aufgeſchrieben, dann mußte jeder für dieſe unerbetene Auf­merkſamkeit 7 Dukaten zahlen.)

Mit dieſer Summe hatten die Pilger aber keineswegs ihre Menſchenrechte wieder erkauft.

Gleich einer lange erwarteten, wehrloſen Beute fielen die Eſelstreiber über ſie her. Wie eine Schar Buben um ein Geldſtück, das man zwiſchen ſie geworfen hat, ſo raufte ſich das Geſindel um jeden Reiſenden.Da kam dann eine Par­they und zog einen Pilgram daher, den anderen dorther, gar wildlich klagt Lochner. Selbſt wer ſich einen Eſel er­obert hatte, wiegte ſich fälſchlich in Sicherheit; dageſellten ſich vier oder fünf Heyden zuſammen und nahmen ihn und warfen ihn da von dem Eſel, unmütterlichen wider die Erden und ſetzten ihn auf einen Eſel eines Anderen.

Der Empfang im heiligen Lande!)

Ein wenig mögen die herrlichen Früchte die Pilger ge­tröſtet haben, die auf dem Markte in Jaffa feilgeboten wur­

) Geisheim, Hohenzollern, S. 88 und Bayer, Jugendzeit, nehmen an, daß die 7 Dukaten ein Tribut geweſen ſeien; doch ſcheint es mehr eine Bezahlung des Geleites geweſen zu ſein. Lochner ſagt in Beziehung auf die rückſichtsloſe Behandlung durch die Eſels­treiber:und das kaum geſünet ward durch die Oberſten, die das Geld hatten eingenommen und uns gelehyteten.

2) Vgl. v. Ropp, Zur Charakteriſtik des Kurfürſt Albrecht Achilles von Brandenburg, Hohenzollernſches Jahrbuch, Bd. II, S. 83.