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120 Die Jugendzeit des Markgrafen.
Am nächſten Tage, dem 2. Juni, ritt man zum Gebirge Juda und kehrte über Bethanien nach Jeruſalem zurück.
Der 3. Juni wurde durch einen Ausflug zum toten Meer und zum Jordan ausgefüllt; den Gipfel des ſteilen „Bergs der Verſuchung“ erreichten vor„Hitz und Höh“ kaum 10 Pilger. Gegen Abend nahmen die meiſten Pilger wohl ein Bad in dem durch die Taufe Jeſu geheiligten Jordan; dann mußten ſie aus Furcht vor herumziehenden Araberhorden eilig die Rückreiſe antreten. In Jericho raſteten ſie; kurz nach Mitternacht brach die Geſellſchaft auf und traf am nächſten Mittag in Jeruſalem wieder ein. Am Nachmittag wurde das Zionskloſter beſucht, das die Könige von England, Frankreich und andere reiche Pilger„gar köſtlich und löblich mit gültnen gemalten Tüchern, Teppichen und Zelten und mit anderen köſtlichen Zierheiten“ geſchmückt hatten. Die Nacht verbrachten die Pilger wieder unter frommen Übungen in der heiligen Grabeskirche eingeſchloſſen.
Am Morgen des Pfingſtſonntages beteiligten ſich die Pilger an der Prozeſſion nach Zion, wo ſie dem Hochamt beiwohnten. Die„löblich Wirtſchaft“, die die gaſtfreien Mönche dann mit ihnen mittags hielten, hatten die Pilger wohl verdient, auch nach den faſt völlig ſchlafloſen Nächten der letzten Tage die Ruhe, die ſich mancher von ihnen bis zum Abend gönnte.
Der nächſte Abend war zur Abreiſe beſtimmt; am Vormittag beſuchten die Pilger noch in zwangloſen Gruppen die Stätten, die ihnen den tiefſten Eindruck gemacht hatten.
Am 8. Juni ſchifften ſie ſich auf ihrer Galleone ein; nach drei Tagen landeten ſie in Limiſſo, wo die Hauptleute des Königs von Cypern die Markgrafen gar ehrenvoll aufnahmen. Nach heftigen Stürmen ſichtete die Galleone am 24. Juni, dem Tage des Schutzheiligen der Ritterſchaft, die Inſel Rhodos. Nach den überſtandenen Gefahren wird der feierliche Dankgottesdienſt und das prächtige Ordensfeſt tiefen